Bitcoin (BTC) wurde nahe $93.000 gehandelt, nachdem US-Streitkräfte den Präsidenten von Venezuela wegen Drogenhandels festgenommen hatten. Der Rechtsfall findet in New York statt. Der Fokus des Marktes liegt jedoch nicht auf dem Prozess selbst, sondern darauf, was damit einhergehen könnte.
Öffentliche Tracker zeigen, dass Venezuela nur 240 BTC hält, im Wert von etwa 22 Millionen US-Dollar. Mehrere Geheimdienst- und Medienberichte deuten jedoch auf eine viel größere Position hin, die während der Jahre der Sanktionen abseits der Bücher aufgebaut wurde. Schätzungen belaufen sich auf etwa 600.000 BTC. Zu aktuellen Preisen entspricht das nahezu 60 Milliarden US-Dollar. Sollte sich das bestätigen, ist das kein Randthema. Es entspricht fast 3% des zirkulierenden Bitcoin-Angebots.
Der angebliche Aufbau begann etwa 2018, als Venezuela anfing, Gold aus dem Orinoco Mining Arc zu verkaufen. Angeblich wurden rund 2 Milliarden US-Dollar in Gold zu Bitcoin-Preisen nahe $5.000 getauscht. Das allein ergibt etwa 400.000 BTC. Bei $90.000-$93.000 ist das jetzt über 35 Milliarden US-Dollar wert.
Der Ölhandel steuerte weiteres bei. Als Bankwege geschlossen wurden, mussten Ölkäufer Geschäfte in USDT abwickeln. Stablecoins können eingefroren werden, daher berichten Quellen, dass die Gelder zur Risikovermeidung in Bitcoin umgewandelt wurden. Im Laufe der Zeit entstand so eine stetige Pipeline in BTC.
Interessanterweise passt auch die Innenpolitik ins Bild. Privates Mining wurde 2024 eingestellt, und Maschinen wurden beschlagnahmt. Der staatlich unterstützte Petro-Token wurde stillschweigend aufgegeben. Das Ergebnis war ein massiver Rückgang der Krypto-Aktivitäten, während der Wert im Ausland unter staatlicher Kontrolle zentralisiert wurde.
Falls US-Behörden die Wallets identifizieren und beschlagnahmen, ist das wahrscheinlichste Ergebnis ein eingefrorener Bestand. Gläubiger im Zusammenhang mit Venezuelas Zahlungsausfällen würden sofort Ansprüche geltend machen. Rechtsstreitigkeiten würden sich über Jahre hinziehen. Während dieser Zeit würde Bitcoin nicht bewegt werden.
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});Für den Markt bedeutet das, dass Angebot aus dem Umlauf genommen wird. Deutschland verkaufte 2024 50.000 BTC und löste damit einen Rückgang von 15-20% aus. Dieser Bestand ist mehr als zwölfmal größer. Ein erzwungener Verkauf würde die Preise belasten und den Wert der Vermögenswerte selbst mindern, was es unwahrscheinlich macht.
Ein anderer Weg ist das strategische Halten. Die USA besitzen bereits über 325.000 BTC aus früheren Beschlagnahmungen. Das Hinzufügen von Hunderttausenden weiteren und deren Sperrung würde das Angebot zusätzlich verknappen. Händler sehen bereits Anzeichen für diese Sichtweise.
CNBC merkte an, dass Bitcoin wieder über seinem 50-Tage-Durchschnitt liegt und der $100.000-Call die aktivste Option auf Deribit ist.
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