Goldman prognostiziert, dass der S&P 500 bis 2026 7.600 erreichen könnte – Bewertungen bleiben die Unsicherheit
Goldman Sachs prognostiziert, dass der S&P 500 bis 2026 auf 7.600 steigen könnte
Goldman Sachs hat eine kühne Prognose für den S&P 500 veröffentlicht und erwartet, dass der Index bis 2026 auf 7.600 steigen könnte. Diese Einschätzung erfolgt trotz derzeit hoher Bewertungen, die Marktrückgänge verstärken könnten, falls die Gewinne die Erwartungen nicht erfüllen.
Laut dem aktuellen Aktienausblick des Unternehmens rechnet Goldman mit einer Gesamtrendite von 12 % für den S&P 500 im Jahr 2026 und betont, dass das Gewinnwachstum weiterhin der Hauptantrieb hinter diesen Zuwächsen sein wird.
Die Investmentbank warnt jedoch davor, dass die erhöhten Bewertungen einen wesentlichen Risikofaktor darstellen. Sollten die Unternehmenszahlen enttäuschen, könnten diese hohen Multiplikatoren zu einer erhöhten Marktvolatilität führen.
Erwartungen an eine starke Aktienperformance
Analyst Ben Snider teilte in einer aktuellen Mitteilung mit, dass Goldman Sachs für 2026 ein weiteres Jahr mit robusten Renditen für US-Aktien erwartet. Die Bank ist überzeugt, dass das anhaltende Wirtschaftswachstum und steigende Umsätze zu höheren Gewinnen führen werden. Darüber hinaus soll die Einführung von künstlicher Intelligenz die Produktivität zusätzlich ankurbeln, wobei führende Unternehmen ihre starke Performance beibehalten.
Goldman prognostiziert, dass der Gewinn je Aktie des S&P 500 im Jahr 2026 um 12 % steigen und 2027 um weitere 10 % zulegen wird. Im Jahr 2025 trugen die Gewinne 14 Prozentpunkte zur Preisrendite von 16 % des S&P 500 bei. Historisch gesehen haben die Gewinne seit 1990 den Großteil der Indexzuwächse ausgemacht und acht Prozentpunkte zur durchschnittlichen Jahresrendite von 9 % beigetragen.
Das Basisszenario der Bank geht davon aus, dass der S&P 500 sein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 beibehält, was sowohl dem heutigen Niveau als auch dem Ausgangspunkt für 2025 entspricht. Snider warnt jedoch, dass diese hohen Bewertungen einen Abschwung verstärken könnten, falls die Gewinne enttäuschen.
Die nächste Phase des KI-Investitionszyklus
Investitionen in künstliche Intelligenz bleiben ein Eckpfeiler des bullischen Ausblicks. Analysten schätzen, dass große Technologieunternehmen – darunter Amazon, Microsoft und Meta – im Jahr 2026 insgesamt 540 Milliarden Dollar in KI-bezogene Investitionsausgaben stecken werden, was etwa 75 % ihres Cashflows entspricht.
Obwohl die Gesamtausgaben weiterhin beträchtlich bleiben werden, dürfte das Wachstumstempo nach dem rasanten Anstieg um 70 % gegenüber dem Vorjahr im Jahr 2025 abnehmen. Goldman merkt außerdem an, dass Unternehmen angesichts der anhaltend hohen Ausgaben vermehrt auf Schulden zurückgreifen könnten, um diese Investitionen zu finanzieren, sodass 2026 mehr Investitionsausgaben vermutlich durch Kredite finanziert werden.
Dieser Wandel dürfte zu einer Rotation im KI-Sektor führen, wobei der Fokus der Investoren von Hardware- und Infrastrukturanbietern zu Unternehmen übergeht, die KI zur Steigerung der Produktivität nutzen – jene, die Goldman als „Phase-4-Profiteure“ bezeichnet.
Marktkonzentration: Ein wachsendes strukturelles Risiko
Goldman Sachs hebt ein weiteres Risiko hervor: die zunehmende Konzentration der Markterträge auf eine Handvoll großer Unternehmen. Die zehn größten Aktien machen mittlerweile rund 41 % der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 aus und waren 2025 für etwa 53 % der Indexrendite verantwortlich.
Das bedeutet, dass die Performance des S&P 500 immer stärker an das Schicksal einer kleinen Gruppe von Mega-Cap-Aktien gebunden ist. Wenn diese Spitzenreiter weiterhin glänzen, kann die Konzentration vorteilhaft sein. Doch jeder Rückschlag unter ihnen könnte sich rasch auf den gesamten Index auswirken.
Wie es die Analysten von Goldman formulieren: „Im Jahr 2026 wird die Performance einzelner Unternehmen einen überproportionalen Einfluss auf den Gesamtmarkt haben. Veränderungen bei den größten Aktien werden sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken für den Gesamtindex schaffen.“
Können hohe Bewertungen mit Marktzuwächsen einhergehen?
Goldmans Prognose ist optimistisch, jedoch nicht ohne Vorsicht. Ihr Ausblick basiert auf einem unterstützenden makroökonomischen Umfeld mit stetigem Wachstum und weiteren Zinssenkungen der Federal Reserve – Bedingungen, die historisch stabile oder steigende Markt-Bewertungen begünstigt haben.
Trotz Vergleichen mit den überhitzten Märkten von 2000 und 2021 sieht Goldman keine übermäßigen spekulativen Exzesse. Die Aktivität bei Börsengängen war 2025 moderat, die Short-Quote bleibt erhöht und die Zuflüsse in Aktienfonds waren verhalten. US-Aktienfonds und ETFs verzeichneten im Jahr 2025 Nettozuflüsse von nur 100 Milliarden Dollar, was lediglich 0,2 % der Marktkapitalisierung des S&P 500 entspricht, verglichen mit 700 Milliarden Dollar bei Anleihen.
Die wichtigsten makroökonomischen Risiken laut Goldman sind eine Abschwächung des Wachstumsausblicks oder eine Abkehr hin zu höheren Zinsen. Für Anleger ist die Schlussfolgerung klar: Während Goldman hinsichtlich der Marktrichtung optimistisch ist, erkennt das Unternehmen an, dass der Weg volatil sein könnte.
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