Trumps Zölle könnten Ihre Steuern erhöhen, aber laut der Federal Reserve Bank von San Francisco könnten sie auch helfen, die Inflation zu senken.
Wie Zölle Verbraucher und die Wirtschaft beeinflussen
Zölle wirken im Wesentlichen wie eine Steuer für Verbraucher. Obwohl diese Abgaben zunächst bei Unternehmen anfallen, werden die zusätzlichen Kosten häufig über höhere Preise an die Käufer weitergegeben. Im Jahr 2025 führte die wachsende Frustration über die steigenden Lebenshaltungskosten zu erheblichen politischen Veränderungen, einschließlich der Wahl von Demokraten wie dem neuen Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani. Präsident Trump wiederum wies Bedenken hinsichtlich der Bezahlbarkeit als politische Rhetorik zurück und beharrte darauf, dass die Inflation während seiner Amtszeit unter Kontrolle gebracht worden sei.
Könnten Zölle tatsächlich die Inflation senken?
Traditionell besagt die „cost-push“-Theorie, dass Zölle die Preise für importierte Waren erhöhen, was wiederum die Produktionskosten für inländische Unternehmen steigen lässt. Dieses Szenario soll das Wirtschaftswachstum verlangsamen und die Inflation kurzfristig anheizen. Ein aktueller Bericht der Federal Reserve Bank of San Francisco mit dem Titel What Can History Tell Us About Tariff Shocks? stellt jedoch diese langjährige Sichtweise in Frage. Die Analyse argumentiert, dass höhere Zölle die Inflation tatsächlich senken könnten, wenngleich sie auch zu steigender Arbeitslosigkeit führen können.
Die Autoren Regis Barnichon und Aayush Singh erklären: „Unsere Auswertung historischer Daten legt nahe, dass die deutlichen Zollerhöhungen von 2025 zwar die Arbeitslosigkeit steigern könnten, aber auch dazu beitragen könnten, die Inflation zu senken.“
Viele Experten hatten nach Präsident Trumps Entscheidung, den durchschnittlichen US-Zollsatz auf 15 % anzuheben – ein Niveau, das laut Yale Budget Lab seit 1935 nicht mehr erreicht wurde – negative wirtschaftliche Folgen vorhergesagt. Sollten sich die Erkenntnisse der San Francisco Fed bestätigen, gäbe es weniger Grund zur Sorge, dass Zölle zwangsläufig die Inflation anheizen.
Die Rolle der Unsicherheit bei wirtschaftlichen Ergebnissen
Das zentrale Argument des Berichts ist, dass Zollerhöhungen wirtschaftliche Unsicherheit schaffen, was eine deflationäre Wirkung haben kann. Die Autoren weisen darauf hin, dass die gängige Annahme – Zölle treiben die Inflation immer nach oben – den Einfluss von Unsicherheit auf die Wirtschaft übersieht.
Sie schreiben: „Zollschocks treten häufig in Zeiten erhöhter Unsicherheit auf, was in der Regel sowohl das Vertrauen der Verbraucher als auch der Investoren dämpft, die wirtschaftliche Aktivität verringert und den Inflationsdruck senkt.“
Der Bericht legt zudem nahe, dass Zölle zu Rückgängen bei den Vermögenswerten führen können, was die Nachfrage weiter schwächt, die Arbeitslosigkeit erhöht und zur Senkung der Inflation beiträgt.
Historische Belege für deflationäre Effekte
Barnichon und Singh untersuchten Wirtschaftsdaten von 1870 bis 1913 sowie die Jahre zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg – Perioden, die von erheblichen Zolländerungen geprägt waren. Ihre Forschung ergab einen starken umgekehrten Zusammenhang zwischen Zollerhöhungen und Inflationsraten. Sie stellten insbesondere fest, dass ein Anstieg der Zölle um einen Prozentpunkt mit einem Rückgang der Inflation um 0,6 Prozentpunkte verbunden war.
Moderne Unterschiede und wirtschaftlicher Kontext
Die Autoren warnen jedoch, dass sich die US-Wirtschaft seit dem frühen 20. Jahrhundert dramatisch verändert hat. „Heute machen importierte Vorprodukte einen größeren Anteil an der Produktion aus, was bedeuten könnte, dass Zollerhöhungen die Inflation eher ansteigen lassen als früher“, merken sie an.
Zum Vergleich: Die US-Importe beliefen sich 2024 – vor den neuen Zöllen – auf rund 3,2 Billionen US-Dollar. Im Gegensatz dazu lagen die Importe 1929, kurz bevor der Smoot-Hawley Tariff Act die Zölle auf etwa 20 % erhöhte, nur bei 4,4 Milliarden US-Dollar.
„Angesichts der enormen Veränderungen in der Wirtschaft im vergangenen Jahrhundert lassen sich historische Muster heute möglicherweise nicht vollständig übertragen“, fügen Barnichon und Singh hinzu. Das letzte Mal, dass die Zölle so hoch waren, war während der Großen Depression, als die Arbeitslosigkeit auf 25 % stieg und das BIP um fast 30 % einbrach.
Dieser Artikel wurde zuerst auf Fortune.com veröffentlicht.
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