Mike Cagney, CEO des Finanzdienstleistungsunternehmens Figure, erklärte, dass das wachsende Interesse an Real-World Assets (RWAs) auf öffentlichen Blockchains für Token-Inhaber bedeutungslos sei, wenn diese keinen Ertrag bringen.
Er argumentierte, dass öffentliche Blockchains dazu gebaut wurden, traditionelle Finanzintermediäre zu ersetzen, nicht um ihnen als Plattform zu dienen. Cagney äußerte diese Kommentare diese Woche während einer öffentlichen Diskussion auf X.
In seinem Tweet sagte Cagney, der Markt verwechsle häufig Aktivität mit echtem Wert. Kennzahlen wie Total Value Locked (TVL) seien nur relevant, wenn sie Gebühren generieren, die den Token-Inhabern zugutekommen.
Er stellt fest, dass RWAs Aufmerksamkeit erlangt haben, weil große Finanzunternehmen wie Visa, Nasdaq, JPMorgan und DTCC Blockchain erforschen. Viele sehen dies als Mainstream-Krypto-Adoption, aber Cagney meint, dies ignoriere, wie Wert tatsächlich auf öffentlichen Blockchains geschaffen werde.
Seiner Ansicht nach stammt der Token-Wert aus drei Dingen: Ertrag, Nutzen und Governance.
- Der Ertrag stammt aus Netzwerkgebühren und anderen Cashflows.
- Der Nutzen sind praktische Vorteile, wie geringere Gebühren oder besserer Zugang zu Finanzprodukten.
- Governance beschreibt, wie viel Einfluss Token-Inhaber auf Regeln und Ergebnisse ausüben können.
Kennzahlen wie Ökosystemgröße oder TVL sind nur dann relevant, wenn sie die an Token-Inhaber gezahlten Gebühren erhöhen.
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Cagney sagte, dass die bloße Tatsache, dass traditionelle Finanzunternehmen Blockchain erforschen, nicht bedeutet, dass öffentliche Netzwerke davon profitieren.
Am Beispiel von Visa merkte er an, dass es keine Rolle spielt, ob das Unternehmen Transaktionen auf einer Blockchain abwickelt, wenn es nur sehr geringe Netzwerkgebühren zahlt. Da Visa einen Großteil seiner Infrastruktur besitzt, kann das Unternehmen die Kosten niedrig halten und wird kaum mehr zahlen als bisher. Ohne bedeutende Gebührenzahlungen haben Token-Inhaber wenig davon.
Er betonte, dass traditionelle Finanzunternehmen als Intermediäre für Transaktionen existieren, während öffentliche Blockchains darauf abzielen, diese Intermediäre überflüssig zu machen. Der eigentliche Wert der Blockchain entsteht dadurch, dass diese Mittelsmänner nicht mehr benötigt werden, nicht durch deren Unterstützung.
Cagney wies auf einen strukturellen Widerspruch in der RWA-Erzählung hin. Wenn öffentliche Blockchains Unternehmen wie Visa oder DTCC überflüssig machen, haben diese wenig Gründe, die Netzwerke voll zu unterstützen. Das Zahlen hoher Gebühren an Systeme, die ihr Geschäft bedrohen, würde ihnen schaden.
Er sagte, dass dies auch für Clearing-, Settlement- und Börseninfrastrukturen gilt. Das bloße Verlegen von Teilen traditioneller Systeme auf die Blockchain erzeugt nicht denselben wirtschaftlichen Effekt wie deren vollständige Ersetzung durch dezentrale Finanzsysteme.
Die Diskussion drehte sich auch um Stablecoins und Verbrauchszahlungen. Cagney merkte an, dass Stablecoins in Kombination mit biometrischen Wallets und Multi-Party-Computing Betrug reduzieren könnten, indem Kartennummern und zentralisierte Identitätsdaten eliminiert werden. Ohne diese Angriffspunkte, so Cagney, nehme gängiger Zahlungsbetrug ab.
Kritiker stellten diese Sichtweise infrage und verwiesen auf irreversible Transaktionen, Wallet-Hacks und Smart-Contract-Exploits. Zudem wurde auf Bedenken hinsichtlich Verbraucherschutz, regulatorischer Einhaltung und Versicherungsschutz hingewiesen.
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});Cagney entgegnete, dass Stablecoin-Zahlungen wie digitales Bargeld funktionieren und sofort ohne Rückbuchungen abgewickelt werden. Bei geringerem Betrugsrisiko benötigen Blockchain-Systeme nicht dasselbe Betrugsmanagement wie Karten-Netzwerke. Er merkte auch an, dass Händler Nutzer dank schnellerer Abwicklung und niedrigerer Gebühren direkt belohnen könnten.
Auch Governance wurde zu einem zentralen Thema. Cagney stellte fest, dass Transparenz und Dezentralisierung für Blockchain-Systeme essenziell sind. Andere argumentierten, dass Governance auf Protokollebene durchsetzbar sein muss, um Machtkonzentration und Fehlanreize zu verhindern.
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Er nutzte die Provenance-Blockchain und ihren HASH-Token als Beispiel. Das Netzwerk konzentriert sich darauf, Gebühren zu generieren, anstatt nur das Total Value Locked (TVL) zu erhöhen, beschränkt die Neuschaffung von Token und bietet Inhabern sowohl Nutzen als auch Stimmrechte.
Letztendlich unterstreicht die Diskussion ein grundlegenderes Problem für RWAs: Der Fortschritt der Blockchain hängt nicht davon ab, dass traditionelle Finanzunternehmen einfach am System teilnehmen, sondern darauf, Netzwerke zu schaffen, die die alten Intermediäre vollständig ersetzen.

