- Südkorea diskutiert von Banken geführte, auf Won lautende Stablecoins, während der Konflikt zwischen Gesetzgebern, FSC und BOK eskaliert.
- Angst vor Kapitalabflüssen führt zu strengeren Emissionsregeln, die bankkontrollierte Modelle bevorzugen.
- Das Gesetz fügt strenge IT-, Kapital- und Haftungsstandards für lokale Kryptofirmen an Börsen hinzu.
Südkoreas Vorstoß zur Legalisierung von bankgeführten Stablecoins in Won stößt in Seoul auf Widerstand, da Gesetzgeber, Aufsichtsbehörden und die Zentralbank aneinander geraten. Die Debatte entstand nach der überarbeiteten Gesetzesvorlage der Financial Services Commission, die der Nationalversammlung vorgelegt wurde. Der Vorschlag verändert, wer Stablecoins emittieren darf, warum Kontrollen wichtig sind und wie Kapitalabflüsse erfolgen könnten.
Politischer Widerstand und Kontrolle über Stablecoins
Die überarbeitete Gesetzesvorlage hat die Spannungen zwischen der regierenden Demokratischen Partei Koreas, der Financial Services Commission und der Bank of Korea verschärft. Gesetzgeber widersprachen, nachdem sich die FSC der strengeren Haltung der Zentralbank angenähert hatte. Die Änderung beschränkt die Emission von Stablecoins auf von Banken geführte Konsortien mit Mehrheitskontrolle.
Zuvor bevorzugten die FSC und die Regierungspartei einen breiteren Zugang für Fintech- und Blockchain-Firmen. Nun unterstützen die Regulierungsbehörden jedoch die Bedenken der Bank of Korea hinsichtlich des Risikos von Kapitalflucht. Infolgedessen hat sich die politische Debatte von Innovation hin zu finanzieller Eindämmung verlagert.
Nach dem überarbeiteten Rahmenwerk müssen Banken mindestens 50 % plus eine Aktie an jedem emittierenden Konsortium halten. Technologiefirmen können jedoch weiterhin teilnehmen und größter Einzelaktionär werden. Dennoch behalten die Banken in der Anfangsphase die Gesamtverantwortung.
Laut Angaben von Branchenvertretern hat die FSC diese Version kürzlich der Nationalversammlung vorgelegt. Der Vorschlag lässt zudem Raum für künftige Verhandlungen durch Präsidialdekrete. Folglich haben Gesetzgeber signalisiert, alternative Gesetzesentwürfe ausarbeiten zu wollen.
Bedenken der Zentralbank bezüglich Kapitalabflüssen
Kern des Streits sind die Kapitalfreiheit und Auslandsüberweisungen. Die Bank of Korea hat davor gewarnt, dass die Emission von Stablecoins durch Nicht-Banken die Kapitalabflüsse beschleunigen könnte. Offizielle argumentieren, dass dieser Trend Koreas langjährige, von Banken vermittelte Kontrollen untergraben könnte.
Derzeit können Privatpersonen bis zu 100.000 US-Dollar jährlich ohne Meldung an Banken überweisen. Regulierer befürchten jedoch, dass Stablecoins diese Schutzmechanismen umgehen könnten. Insbesondere wohlhabende Personen könnten Bargeld in auf Won lautende Stablecoins umwandeln und dann Gelder ins Ausland transferieren.
Die Bank of Korea vertritt diese Ansicht bereits seit Jahren. Sie warnt, dass eine uneingeschränkte Emission Geld aus der lokalen Wirtschaft abziehen könnte. Die Zentralbank verbindet dieses Risiko mit dem breiteren wirtschaftlichen Ansatz Südkoreas, der darauf abzielt, Vermögen im Land zu halten.
In der Vergangenheit widersprachen die FSC und die Regierungspartei und argumentierten, eine breitere Beteiligung würde den Wettbewerb fördern und Innovationen vorantreiben. Doch der jüngste Schritt der FSC, sich auf die Seite der Bank of Korea zu stellen, signalisiert eine deutliche Kursänderung.
Die Zentralbank verwies zudem auf Daten zur Untermauerung ihrer Bedenken. Zahlen der Bank of Korea zeigen, dass Überweisungen ins Ausland zwischen 2022 und August 2024 etwa 12,27 Milliarden US-Dollar betrugen. Diese Überweisungen werden häufig mit Bildung oder familiärer Unterstützung begründet.
Offizielle vermuten jedoch, dass ein Teil der Gelder für Immobilienkäufe oder Investitionen im Ausland verwendet wird. Die Vereinigten Staaten standen an erster Stelle der Zielländer, gefolgt von Kanada, Australien und Japan.
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Vorgeschlagene strengere Regeln für Börsen und Emittenten
Über die Beschränkung der Token-Emission hinaus verschärft das Gesetz die Regeln für Krypto-Börsen. Börsen müssten die gleichen IT-Stabilitätsstandards wie traditionelle Finanzinstitute erfüllen, um Ausfälle und Systemstörungen zu reduzieren.
Der Vorschlag sieht zudem vor, dass Börsen vollumfänglich für Verluste durch Hacks haften, was bedeutet, dass Nutzer entschädigt werden müssen, auch wenn die Börse nicht direkt schuld war. Darüber hinaus könnten die Regulierungsbehörden Geldstrafen von bis zu 10 % des Jahresumsatzes einer Börse verhängen.
Auch Stablecoin-Emittenten müssten Kapitalanforderungen erfüllen. Das Gesetz legt das Mindeststammkapital auf 5 Milliarden Won, etwa 3,7 Millionen US-Dollar, fest. Regulierer sagen, dass dieses Niveau finanzielle Stabilität und Marktzugang ausbalanciert.
Behörden erklärten, sie seien bereit, hinsichtlich der Schwelle flexibel zu sein. Mit zunehmender Marktreife könnten die Regulierer die Kapitalanforderungen im Laufe der Zeit erhöhen. Dieser schrittweise Ansatz hilft, die Regeln zu verschärfen, ohne plötzliche Störungen zu verursachen. Die FSC erklärte außerdem, dass Details zur Lizenzierung, einschließlich Eigentums- und Aktionärsstrukturen, zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Präsidialdekrete würden diese Standards formal festlegen.
Gesetzgeber haben diesen Ansatz jedoch infrage gestellt und auf die begrenzte parlamentarische Kontrolle verwiesen. Mitglieder der Demokratischen Partei planen, eine Taskforce zu bilden. Die Gruppe will einen alternativen Gesetzentwurf für digitale Vermögenswerte vorlegen. Einige erwarten in den kommenden Monaten langwierige Diskussionen.
Die südkoreanische Debatte um einen von Banken geführten Stablecoin zeigt Meinungsverschiedenheiten zwischen der FSC, der Bank of Korea und den Gesetzgebern der Regierungspartei. Die überarbeitete Gesetzesvorlage verschärft die Emissionskontrolle, erhöht die Compliance-Standards und adressiert Bedenken hinsichtlich Kapitalabflüssen. Der Widerstand der Gesetzgeber sorgt jedoch für eine fortlaufende Debatte, während die Nationalversammlung konkurrierende Regulierungsprioritäten abwägt.

