Glencore bestätigt erste Gespräche über mögliche Fusion mit Rio Tinto
Glencore und Rio Tinto prüfen mögliche Fusion
Glencore hat bestätigt, dass sich das Unternehmen in frühen Gesprächen mit Rio Tinto über eine mögliche Fusion, die einige oder alle ihrer Geschäftsbereiche betreffen könnte, befindet. Diese Ankündigung folgt auf jüngste Spekulationen über eine größere Konsolidierung innerhalb der globalen Bergbau- und Rohstoffindustrie.
Laut einer behördlichen Mitteilung gemäß dem britischen Übernahmerecht könnten die Gespräche eine reine Aktientausch-Fusion betreffen, bei der Glencore durch eine gerichtlich genehmigte Vereinbarung von Rio Tinto übernommen werden könnte. Glencore betonte, dass sich diese Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium befinden und es keine Garantie gibt, dass ein Geschäft abgeschlossen wird oder wie dessen Bedingungen aussehen könnten.
Die Erklärung, die gemäß Regel 2.4 des City Code on Takeovers and Mergers abgegeben wurde, stellt klar, dass es zu diesem Zeitpunkt kein bindendes Angebot gibt. Glencore machte deutlich, dass nichts in der Ankündigung als eine Vereinbarung im Sinne von Regel 2.5 des Codes interpretiert werden sollte.
Gemäß den Übernahmeregelungen ist Rio Tinto nun verpflichtet, bis spätestens 17:00 Uhr (Londoner Zeit) am 5. Februar 2026 eine Entscheidung zu treffen. Bis zu diesem Stichtag muss das Unternehmen entweder eine feste Absicht zur Abgabe eines Angebots für Glencore erklären oder bestätigen, dass es nicht fortfahren wird, sofern die britische Übernahmekommission keine Fristverlängerung gewährt. Sollte sich Rio Tinto dagegen entscheiden, wären zukünftige Übernahmeaktivitäten gemäß Regel 2.8 eingeschränkt.
Würden die beiden Unternehmen fusionieren, wäre dies eine der bedeutendsten Zusammenschlüsse in der jüngeren Geschichte des Bergbausektors und könnte einen diversifizierten Branchenführer mit Interessen an Eisenerz, Kupfer, Aluminium, Kohle, Nickel, Kobalt sowie umfangreichen Handelsaktivitäten schaffen.
Rio Tinto konzentriert sich traditionell auf groß angelegte, langlebige Vermögenswerte, insbesondere im Bereich Eisenerz und Kupfer, während Glencore ein einzigartiges Geschäftsmodell verfolgt, das den Bergbau mit einem der weltweit größten Rohstoffhandelsunternehmen verbindet. Ein mögliches Geschäft würde strategische Überlegungen hinsichtlich der Optimierung der Vermögenswerte, der behördlichen Genehmigung und der Zukunft der Kohleaktivitäten von Glencore aufwerfen, die in der Vergangenheit Fusionsgespräche erschwert hatten.
Diese Verhandlungen finden vor dem Hintergrund einer zunehmenden Konsolidierung in der Bergbauindustrie statt, die durch den Bedarf an höheren Investitionen, den Wettbewerb um kritische Metalle wie Kupfer und Nickel sowie durch den Druck der Investoren auf Skalierung und Zugang zu für die Energiewende essenziellen Materialien getrieben wird.
Die Ankündigung enthält Informationen, die gemäß der britischen Marktmissbrauchsverordnung als Insiderinformationen eingestuft sind, was Offenlegungspflichten für Aktionäre mit einem Anteil von 1 % oder mehr an einem der beiden Unternehmen auslöst. Aufgrund der Doppellistung von Rio Tinto in London und Australien gelten für Rio Tinto plc und Rio Tinto Limited separate Offenlegungsregeln.
Weitere Einzelheiten
Es wurden noch keine formellen Angebotsunterlagen veröffentlicht, und Glencore bekräftigte, dass die Erklärung nicht als Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren in irgendeiner Gerichtsbarkeit betrachtet werden sollte.
Weitere Aktualisierungen werden erwartet, sobald die Gespräche voranschreiten oder der Übernahmestichtag näher rückt.
Von Charles Kennedy für Oilprice.com
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