Arbeiter übernehmen zusätzliche Aufgaben, ohne zusätzliche Vergütung zu erhalten
Arbeitsproduktivität steigt rasant, aber Löhne hinken der Inflation hinterher
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Aktuelle Daten zeigen, dass die Produktivität der Arbeitnehmer im dritten Quartal einen deutlichen Sprung gemacht hat, während die Gehälter der Beschäftigten mit den steigenden Preisen nicht mithalten konnten.
Hauptpunkte
- Im dritten Quartal stieg die Produktivität der Arbeitnehmer so schnell wie seit zwei Jahren nicht mehr. Dennoch schrumpfte die Kaufkraft der Beschäftigten, da die Lohnerhöhungen nicht mit der Inflation Schritt hielten.
- Experten betonen, dass ein dauerhaftes Produktivitätswachstum entscheidend ist, um den Lebensstandard im Laufe der Zeit zu verbessern.
- Obwohl Fortschritte in der Technologie, einschließlich künstlicher Intelligenz, das Potenzial haben, die Produktivität weiter zu steigern, ist unklar, wie stark die Arbeitnehmer letztlich davon profitieren werden.
Produktivität steigt, aber Gehälter stagnieren
Laut einem aktuellen Bericht des Bureau of Labor Statistics stieg die Arbeitsproduktivität im dritten Quartal mit einer annualisierten Rate von 4,9 % – das schnellste Tempo seit 2023. Trotz dieses beeindruckenden Wachstums sank der inflationsbereinigte Stundenlohn tatsächlich um 0,2 %, sodass die Arbeitnehmer trotz höherer Effizienz weniger Kaufkraft hatten.
Ökonomen sehen diesen Produktivitätssprung als positives Zeichen für die langfristige Gesundheit der Wirtschaft. Wenn Beschäftigte dank technischem Fortschritt mehr Output mit weniger Aufwand erzielen können, verbessert sich in der Regel der Lebensstandard, und Löhne können steigen, ohne die Inflation anzutreiben.
Wie Analysten von Wells Fargo Securities anmerkten, steigert eine höhere Produktivität in der Regel die Unternehmensgewinne, was Unternehmen mehr Möglichkeiten gibt, höhere Kosten zu managen, zu reinvestieren oder die Preise zu senken. Dieser Trend könnte dazu beitragen, die Sorgen über anhaltende Inflation zu mildern.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Steigende Produktivität ist entscheidend, um die Lebensqualität zu verbessern und Lohnwachstum zu ermöglichen, ohne langfristig höhere Inflation auszulösen.
Experten bleiben jedoch vorsichtig optimistisch. Die diesjährigen Produktivitätszahlen schwankten aufgrund von Änderungen in der Regierungspolitik, und die meisten Prognostiker bezweifeln, dass die Wachstumsrate von 4,9 % anhalten wird.
Der jüngste Produktivitätsschub deutet außerdem darauf hin, dass die Ambitionen der Unternehmen, künstliche Intelligenz zu nutzen – mehr mit weniger Mitarbeitern zu erreichen –, in greifbare Nähe rücken, auch wenn die volle Wirkung noch aussteht.
Matthew Martin, Senior Economist bei Oxford Economics, kommentierte, dass die Wirtschaft ohne unerwünschte Inflation wachsen könnte, falls die Produktivität dank Steuersenkungen, Deregulierung und technologischem Fortschritt weiterhin beschleunigt.
Werden die Arbeitnehmer profitieren?
Ob diese Gewinne letztlich den Beschäftigten zugutekommen, bleibt ungewiss. Martin verwies auf das bescheidene Lohnwachstum als Beweis dafür, dass die Wirtschaft wachsen kann, ohne die Beschäftigungsaussichten zu verbessern – ein Phänomen, das manchmal als „jobloses Wachstum“ bezeichnet wird.
Oren Klachkin, Finanzmarktexperte bei Nationwide, warnte, dass es zwar verlockend sei, die jüngsten Produktivitätssteigerungen der KI zuzuschreiben, ihre tatsächlichen Auswirkungen jedoch Jahre brauchen könnten, um sich vollständig zu entfalten.
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