USDCAD zieht sich von 1,39 zurück nach einer erneuten Herausforderung der Unabh ängigkeit der Fed. Was erwartet uns?
Überblick über die Marktgrundlagen
US-Dollar (USD):
Der US-Dollar zeigte heute eine breite Schwäche, nachdem das US-Justizministerium eine Vorladung an die Federal Reserve ausgestellt hatte. Diese seltene Maßnahme hat den anhaltenden Streit zwischen Präsident Trump und Fed-Chef Powell über das Tempo der Zinssenkungen verschärft.
Offiziell konzentriert sich die Untersuchung darauf, ob Powell bei seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats Details über die Renovierung des Hauptsitzes der Federal Reserve – insbesondere deren Umfang, Kosten und luxuriöse Elemente – falsch dargestellt hat.
Allgemein wird jedoch angenommen, dass die Untersuchung als politisches Manöver dient, um Powell unter Druck zu setzen, die Zinssenkungen zu beschleunigen. Eine ähnliche Taktik wurde bereits im vergangenen Jahr beobachtet, als Präsident Trump erfolglos versuchte, Fed-Gouverneurin Cook zu entlassen – ein Fall, über den der Oberste Gerichtshof noch entscheiden muss.
Der Dollar fiel angesichts der Befürchtung, dass eine Schwächung der Unabhängigkeit der Fed das Inflationsrisiko erhöhen und den Wert der Währung mindern könnte. Trotz dieser Bedenken bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed ihre Autonomie verliert, gering, da ein solcher Schritt sowohl im Inland als auch weltweit erhebliche Folgen hätte.
Mit Blick nach vorn steht morgen der Bericht zum US-Verbraucherpreisindex (CPI) an, der die Marktstimmung erheblich beeinflussen könnte. Ein höher als erwarteter Wert könnte die Märkte dazu veranlassen, mit einem aggressiveren Zinspfad zu rechnen, was den Dollar stützen würde. Umgekehrt könnten schwächere Daten die Erwartungen an mindestens zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende verstärken und den Greenback weiter unter Druck setzen. Der Gesamtausblick für den USD ist neutral bis bärisch.
Kanadischer Dollar (CAD):
Beim kanadischen Dollar hat der Arbeitsmarktbericht vom Freitag wenig an der geldpolitischen Haltung der Bank of Canada (BoC) geändert. Zwar übertraf das Stellenwachstum die Prognosen, doch verlangsamte sich das Lohnwachstum und die Arbeitslosenquote stieg leicht an – allerdings begleitet von einer höheren Erwerbsbeteiligung. Insgesamt waren die Daten solide, aber nicht ausreichend, um den vorsichtigen Ansatz der BoC zu verändern.
Bei ihrer letzten Sitzung beließ die BoC die Zinsen unverändert und unterstützte die Markterwartungen weiterer Zinserhöhungen nicht. Die Zentralbank bleibt vorsichtig und verweist auf anhaltende Schwächen in den jüngsten BIP- und Arbeitsmarktdaten, trotz einiger Verbesserungen.
Die jüngsten Inflationsdaten zeigten, dass der auf das Jahr berechnete Trimmed Mean auf 2,8% zurückging und damit leicht unter dem Konsens und dem Wert des Vormonats lag. Dies führte zu einer moderat dovishen Anpassung der Zinserwartungen, wobei die Märkte nun bis zum Jahresende insgesamt 11 Basispunkte Straffung einpreisen. Der Ausblick für den CAD bleibt neutral bis bullisch.
USDCAD Technische Analyse
Tages-Chart

Im Tageschart stieg USDCAD kürzlich in Richtung der 1,39-Marke, bevor es im Zuge der DOJ-Entwicklungen wieder zurückging. Verkäufer traten bei diesem Widerstand in den Markt und zielen auf eine Korrektur in Richtung 1,38. Käufer könnten in der Nähe der 1,38-Unterstützung günstigere Einstiegschancen finden, wobei ein mögliches Aufwärtspotenzial in Richtung 1,41 besteht.
4-Stunden-Chart

Der 4-Stunden-Chart zeigt eine vorherrschende Aufwärtstrendlinie, die den bullischen Schwung unterstützt. Käufer werden diese Trendlinie voraussichtlich verteidigen und ihr Risiko darunter steuern, während sie auf neue Hochs hoffen. Verkäufer hingegen werden auf einen Bruch unter die Trendlinie achten, um ihre bärischen Positionen auszubauen, wobei 1,38 als nächster wichtiger Support gilt.
1-Stunden-Chart

Im 1-Stunden-Chart führt eine kleinere Abwärtstrendlinie aktuell die Korrektur zur übergeordneten Trendlinie. Käufer könnten nach Einstiegsmöglichkeiten in der Nähe der Haupttrendlinie suchen, insbesondere wenn der Kurs über die kleinere Gegentrendlinie ausbricht, was auf neuen bullischen Schwung hindeuten könnte. Verkäufer hingegen werden entlang der kleineren Trendlinie weiter nach unten drücken und auf einen klaren Bruch unter die Hauptunterstützung abzielen. Die roten Linien im Chart zeigen die durchschnittliche tägliche Handelsspanne für heute an.
Bevorstehende Schlüsseldaten
- Morgen: Veröffentlichung des US-CPI-Berichts.
- Mittwoch: Daten zum US-Einzelhandelsumsatz und zum Erzeugerpreisindex (PPI) für November sowie eine mögliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Trumps Zöllen.
- Donnerstag: Aktuelle Zahlen zu US-Arbeitslosenmeldungen.
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