Bitget App
Trade smarter
Krypto kaufenMärkteTradenFuturesEarnPlazaMehr
Digitaler Euro dringend benötigt: Europäische Ökonomen warnen vor Souveränitätskrise ohne öffentlich-priorisierte Währung

Digitaler Euro dringend benötigt: Europäische Ökonomen warnen vor Souveränitätskrise ohne öffentlich-priorisierte Währung

BitcoinworldBitcoinworld2026/01/12 14:10
Original anzeigen
Von:Bitcoinworld

In einem entscheidenden Schritt, der die finanzielle Zukunft Europas prägen könnte, haben 70 prominente Ökonomen und Politikexperten diese Woche eine eindringliche Warnung an die Mitglieder des Europäischen Parlaments ausgesprochen: Der digitale Euro muss das öffentliche Interesse über alles andere stellen, andernfalls riskiert Europa, seine monetäre Souveränität an ausländische Unternehmen zu verlieren. Dieser dringende Appell erfolgt zu einer Zeit, in der die Nutzung von Bargeld auf dem gesamten Kontinent stetig zurückgeht und laut Experten eine kritische Verwundbarkeit in Europas Finanzinfrastruktur entsteht. Das kollektive Schreiben, das am 15. März 2025 versandt wurde, stellt einen der bedeutendsten Beiträge zur laufenden Debatte über den digitalen Euro dar und unterstreicht die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Autonomie des Zahlungssystems in einer zunehmend digitalen Wirtschaft.

Digitaler Euro muss das öffentliche Interesse an erste Stelle setzen

Der Brief der Ökonomen präsentiert eine umfassende Vision für das, was sie als „Public-First“-Digitale Währung bezeichnen. Ihrer Analyse zufolge sollte der digitale Euro als öffentliches Gut und nicht als kommerzielles Produkt fungieren. Sie plädieren ausdrücklich dafür, dass Basisdienstleistungen kostenlos bleiben, um einen universellen Zugang unabhängig von Einkommen oder technischer Kompetenz zu gewährleisten. Dieser Ansatz steht im direkten Gegensatz zu bestehenden privaten Zahlungslösungen, die häufig Transaktionsgebühren beinhalten oder Mindestguthaben voraussetzen.

Darüber hinaus betonen die Experten, dass die digitale Währung vollständige Interoperabilität in allen Eurozonen-Ländern gewährleisten muss. Ein fragmentiertes System, so argumentieren sie, würde den eigentlichen Zweck einer einheitlichen europäischen Währung untergraben. Im Schreiben werden erfolgreiche öffentliche digitale Infrastrukturprojekte wie das e-Residency-System Estlands und die digitalen Regierungsdienste Finnlands als mögliche Modelle für die Umsetzung genannt.

Schutz der monetären Souveränität Europas

Die monetäre Souveränität bildet das Kernanliegen, das das Engagement der Ökonomen antreibt. Da laut Daten der Europäischen Zentralbank die physische Bargeldzirkulation in Europa jährlich um etwa 7 % zurückgeht, verlassen sich die Bürger zunehmend auf private Zahlungsabwickler. Dieser Wandel schafft laut Experten eine „Infrastrukturabhängigkeit“ von nicht-europäischen Akteuren. Im Brief werden insbesondere potenzielle Risiken durch amerikanische Kartennetzwerke und Big-Tech-Zahlungssysteme genannt, die ihren Marktanteil in Europa ausbauen.

Die Ökonomen liefern überzeugende historische Zusammenhänge und weisen darauf hin, dass die Kontrolle über Währungssysteme seit Jahrhunderten einen fundamentalen Aspekt staatlicher Souveränität darstellt. Sie verweisen auf die Schwierigkeiten der European Payments Initiative als Beleg für die Herausforderungen bei der Schaffung heimischer Alternativen zu etablierten internationalen Akteuren. Ohne einen öffentlichen digitalen Euro, so argumentieren sie, könnte Europa in künftigen Finanzkrisen außerstande sein, eine eigenständige Geldpolitik umzusetzen.

Zentrale Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten digitalen Zahlungssystemen
Merkmal
Öffentlicher Digital-Euro-Vorschlag
Private Zahlungssysteme
Grundlegende Transaktionsgebühren Kostenlos Typischerweise 1–3 %
Datenschutz-Standards Europäische DSGVO-Konformität Abhängig von der Gerichtsbarkeit
Fähigkeit zur Krisenreaktion Direkte Kontrolle durch die Zentralbank Abhängig von Unternehmenspolitik
Garantie für universellen Zugang Ja, als öffentliche Infrastruktur Kommerzielle Ermessensentscheidung
Interoperabilitäts-Anforderung Verpflichtend in der Eurozone Begrenzt durch kommerzielle Vereinbarungen

Das Komplementaritätsprinzip von Bargeld

Wichtig ist, dass die Ökonomen ausdrücklich jede Vorstellung ablehnen, der digitale Euro solle physisches Bargeld ersetzen. Stattdessen plädieren sie für eine „komplementäre monetäre Architektur“. Dieser Ansatz erkennt an, dass etwa 15 % der Europäer, insbesondere ältere Menschen und ländliche Bevölkerungsgruppen, weiterhin Bargeldtransaktionen bevorzugen oder darauf angewiesen sind. Die eigene Forschung der Europäischen Zentralbank zeigt, dass eine vollständige Abschaffung von Bargeld benachteiligte Bevölkerungsgruppen überproportional treffen würde.

Im Schreiben wird auf Japans vorsichtigen Ansatz bei der Einführung digitaler Währungen verwiesen, wo die Behörden darauf achten, den Zugang zu Bargeld auch bei der Entwicklung digitaler Alternativen aufrechtzuerhalten. Diese ausgewogene Perspektive erkennt den technologischen Wandel an, schützt aber gleichzeitig die finanzielle Inklusion. Experten regen an, dass Europa ähnliche Schutzmechanismen umsetzen könnte, etwa eine Verpflichtung zur Bargeldannahme für essentielle Dienstleistungen – unabhängig von der Akzeptanzrate des digitalen Euro.

Konkurrenzbedrohungen für die europäische Zahlungsinfrastruktur

Die Warnung der Ökonomen erhält besondere Dringlichkeit angesichts aktueller Marktentwicklungen. Internationale Kartennetzwerke haben ihr Transaktionsvolumen in Europa in den letzten drei Jahren um 22 % gesteigert, während Big-Tech-Zahlungsplattformen noch schneller wachsen. Dieser Ausbau führt laut Experten zu einer „systemischen Risikokonzentration“ im europäischen Zahlungssystem. Ohne eine öffentliche Alternative, so argumentieren sie, könnte Europa sowohl wirtschaftlichen Einfluss als auch die Fähigkeit zur Krisenbewältigung verlieren.

Im Schreiben werden mehrere besorgniserregende Szenarien hervorgehoben:

  • Sanktionsanfälligkeit: Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsabwicklern könnte Europas Fähigkeit zur eigenständigen Außenpolitik einschränken
  • Risiken für Datensouveränität: Transaktionsdaten, die über nicht-europäische Systeme laufen, könnten keinen DSGVO-Schutz genießen
  • Innovationsstagnation: Marktdominanz etablierter Akteure könnte die Entwicklung europäischer Fintechs hemmen
  • Finanzielle Ausgrenzung: Private Unternehmen könnten bestimmte Transaktionen oder Bevölkerungsgruppen aus kommerziellen Gründen ausschließen

Historische Präzedenzfälle und zukünftige Implikationen

Finanzhistoriker, die an dem Schreiben mitgewirkt haben, ziehen Parallelen zu früheren Währungsübergängen, insbesondere zum Wechsel von nationalen Währungen auf den Euro. Dieser Prozess hat, obwohl er komplex war, letztlich die wirtschaftliche Integration Europas gestärkt. Der digitale Euro, so die Autoren, stellt für das digitale Zeitalter einen ähnlichen Wendepunkt dar. Sie warnen jedoch, dass verzögertes Handeln schädlicher sein könnte als eine unvollkommene Umsetzung.

Jüngste Entwicklungen in anderen Regionen liefern weiteren Kontext für die europäische Debatte. Chinas digitaler Yuan erreicht bereits Hunderte Millionen Nutzer, während mehrere karibische Länder Zentralbank-Digitalwährungen eingeführt haben. Selbst die traditionell zögerlichen USA haben ihre Forschung nach der Ausweitung privater Stablecoins beschleunigt. Europas vergleichsweise langsamer Fortschritt, so warnen die Ökonomen, schaffe eine strategische Verwundbarkeit in einem zunehmend wettbewerbsorientierten globalen Finanzumfeld.

Umsetzungshürden und technische Überlegungen

Während die Ökonomen sich vehement für die Entwicklung des digitalen Euro einsetzen, erkennen sie erhebliche Herausforderungen bei der Umsetzung an. Der Datenschutz stellt dabei vermutlich das sensibelste Thema dar, da europäische Bürger konstant Bedenken hinsichtlich finanzieller Überwachung äußern. Der Brief schlägt technische Lösungen vor, darunter:

  • Offline-Transaktionen für kleine Zahlungen
  • Gestufte Datenschutz-Niveaus je nach Transaktionshöhe
  • Unabhängige Überwachung der Datenzugriffsprotokolle
  • Regelmäßige öffentliche Transparenzberichte

Auch die technische Infrastruktur stellt eine Herausforderung dar. Das digitale Euro-System muss potenziell Milliarden von Transaktionen täglich bewältigen und dabei absolute Sicherheit garantieren. Experten verweisen auf die erfolgreiche Skalierung europäischer Instant-Payment-Systeme als Beleg dafür, dass eine solche Infrastruktur machbar ist. Sie betonen jedoch, dass das Systemdesign vor allem Belastbarkeit priorisieren muss, angesichts der möglichen Rolle als kritische Finanzinfrastruktur.

Fazit

Der kollektive Vorstoß der Ökonomen markiert einen Wendepunkt in der Debatte um den digitalen Euro. Ihr Fokus auf öffentliches Interesse, monetäre Souveränität und Komplementarität zu Bargeld bietet einen klaren Rahmen für das, was zur bedeutendsten Finanzinnovation Europas seit der Einführung des Euro werden könnte. Während die digitale Transformation in allen Wirtschaftssektoren an Fahrt gewinnt, werden die Entscheidungen zum Design des digitalen Euro wohl jahrzehntelang nachwirken. Die Warnung vor ausländischer Zahlungsvorherrschaft dient als rechtzeitige Erinnerung daran, dass im digitalen Zeitalter monetäre Souveränität aktiven Schutz durch technologische Innovation erfordert. Europa steht nun vor einer klaren Wahl: Entwicklung eines digitalen Euro im öffentlichen Interesse oder das Risiko eines schleichenden Verlusts der finanziellen Autonomie in einer zunehmend digitalen Weltwirtschaft.

FAQs

F1: Was genau ist der digitale Euro?
Der digitale Euro ist eine vorgeschlagene Zentralbank-Digitalwährung (CBDC), die als digitales Bargeld direkt von der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken ausgegeben werden würde. Im Gegensatz zu Geschäftsbankgeld oder privaten elektronischen Zahlungen wäre er ein direkter Anspruch gegenüber der Zentralbank und verbindet die Sicherheit von Zentralbankgeld mit dem Komfort digitaler Zahlungen.

F2: Warum sind Ökonomen besorgt über die Dominanz ausländischer Zahlungsdienstleister?
Aktuell wickeln ausländische Zahlungsabwickler etwa 65 % der europäischen digitalen Transaktionen ab. Diese Abhängigkeit birgt mehrere Risiken: Transaktionsdaten könnten den europäischen Rechtsraum verlassen, Gebühren entziehen Europa wirtschaftlichen Wert und Europa könnte in Krisenzeiten oder geopolitischen Spannungen unabhängige Zahlungskapazitäten fehlen. Die Ökonomen warnen, dass dies die Effektivität der Geldpolitik und die finanzielle Stabilität untergraben könnte.

F3: Worin unterscheidet sich der digitale Euro von aktuellen digitalen Zahlungen?
Aktuelle digitale Zahlungen erfolgen meist über Geschäftsbanküberweisungen oder private Zahlungsabwickler. Der digitale Euro wäre direktes Zentralbankgeld und könnte damit einen stärkeren rechtlichen Schutz, niedrigere Kosten für Basisdienstleistungen, garantierte Verfügbarkeit in Bankkrisen und ein auf das Gemeinwohl statt auf Profitmaximierung ausgerichtetes Design bieten.

F4: Wird der digitale Euro physisches Bargeld ersetzen?
Nein. Die Ökonomen setzen sich ausdrücklich dafür ein, dass der digitale Euro Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. Die europäischen Behörden haben sich wiederholt zur Aufrechterhaltung der Bargeldverfügbarkeit bekannt. Dieser Ansatz stellt die finanzielle Inklusion aller Bevölkerungsgruppen sicher und bietet digitalen Komfort für diejenigen, die ihn bevorzugen.

F5: Was passiert, wenn Europa keinen digitalen Euro entwickelt?
Ohne einen digitalen Euro prognostizieren die Ökonomen eine fortgesetzte Expansion ausländischer Zahlungsabwickler auf den europäischen Märkten. Dies könnte Europas Einfluss auf die eigene Zahlungsinfrastruktur schrittweise verringern, was zu höheren Kosten für Verbraucher und Unternehmen, reduzierter Krisenreaktionsfähigkeit und einer verminderten Fähigkeit zur Gestaltung globaler Finanzstandards führen könnte.

0
0

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.

PoolX: Locked to Earn
APR von bis zu 10%. Mehr verdienen, indem Sie mehr Lockedn.
Jetzt Lockedn!
© 2025 Bitget