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„Offload America“: Investoren stoßen US-Bestände ab angesichts Bedenken über möglichen Verlust der Unabhängigkeit der Fed

„Offload America“: Investoren stoßen US-Bestände ab angesichts Bedenken über möglichen Verlust der Unabhängigkeit der Fed

101 finance101 finance2026/01/12 14:33
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Von:101 finance

Ungeahnter Druck auf die Federal Reserve

Während die Suche nach einem Nachfolger für Jerome Powell als Chef der US-Notenbank im Mai beginnt, steht eines fest: Jeder neue Ernannte riskiert strafrechtliche Verfolgung, wenn er Präsident Donald Trumps Wünsche missachtet. Powell machte dies gestern in einer bemerkenswerten Erklärung unmissverständlich klar, indem er versprach, die Autonomie der Fed bei der Festlegung der Geldpolitik zu wahren – selbst während eine Bundesjury seine Aussage vor dem Kongress bezüglich angeblicher Mehrausgaben für die Renovierung des Hauptquartiers der Zentralbank untersucht.

„Die aktuelle Bedrohung betrifft eigentlich nicht meine Aussage im Juni oder die Renovierungsarbeiten im Fed-Gebäude. Das sind nur Vorwände. Das eigentliche Problem ist, dass strafrechtliche Verfolgung als Konsequenz dafür eingesetzt wird, dass die Federal Reserve Zinsentscheidungen im Sinne des öffentlichen Wohls unabhängig trifft, anstatt einfach den Direktiven des Präsidenten zu folgen“, erklärte Powell.

Er fuhr fort: „Im Kern geht es darum, ob die Federal Reserve ihre Zinsentscheidungen weiterhin auf Basis von Daten und wirtschaftlichen Realitäten treffen kann oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Einfluss und Einschüchterung diktiert wird.“

Marktreaktionen auf Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed

Über Nacht kehrten die Finanzmärkte zur „Sell America“-Haltung zurück, da Anleger die Möglichkeit eines neuen Fed-Vorsitzenden ohne unabhängige Autorität abwägen. Die Renditen für fünfjährige US-Staatsanleihen stiegen sprunghaft an, was darauf hindeutet, dass Anleger US-Staatsanleihen nun als risikoreicher einstufen. Gold-Futures, traditionell ein sicherer Hafen, kletterten um 2,21 % auf ein Rekordhoch von über 4.600 US-Dollar pro Feinunze, während die S&P 500-Futures vor Börseneröffnung um 0,66 % fielen.

Analystenstimmung dreht ins Negative

Experten an der Wall Street reagierten überwiegend besorgt. Francesco Pesole von ING bemerkte gegenüber Kunden: „Der gleichzeitige Rückgang des Dollars, der Aktien und der Treasuries erinnert an die ‚Sell America‘-Phase im letzten Frühjahr. Sollten sich weitere Anzeichen für eine Beeinträchtigung der Unabhängigkeit der Fed zeigen, besteht ein erhebliches Abwärtsrisiko für den Dollar. Der Anleihemarkt wird dabei der wichtigste Indikator sein – entweder durch kurzfristige Zinssenkungserwartungen oder langfristigen Stress im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit. Eine starke Steilheit in der Zinsstrukturkurve könnte den Rückgang des Dollars beschleunigen.“

David Chao, Analyst bei Invesco Asset Management, sagte gegenüber Bloomberg: „Die Vorladungen gegen die Fed sind ein weiteres Anzeichen dafür, dass US-Vermögenswerte an Attraktivität verlieren. Die USA ziehen sich nicht nur hinter ihre eigenen Grenzen zurück, sondern nehmen auch eine aggressivere Haltung ein.“

Blake Gwinn von RBC Capital Markets warnte in der Financial Times, dass diese Vorladungen die Inflation anheizen könnten. „Wenn die Unabhängigkeit der Fed weiteren Bedrohungen ausgesetzt wird, werden die Märkte beginnen, höhere Inflationserwartungen, Risikoprämien und Laufzeitprämien einzupreisen. Diesen Punkt haben wir noch nicht erreicht, aber jede neue Entwicklung bringt uns näher.“

Weniger wahrscheinlich: Kurzfristige Zinssenkungen?

Interessanterweise glauben einige Strategen, dass die laufenden Ermittlungen die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinssenkungen tatsächlich verringern könnten. Powell und das Federal Open Market Committee (FOMC) könnten sich gezwungen sehen, zu zeigen, dass ihre Entscheidungen von Wirtschaftsdaten und nicht von rechtlicher Einschüchterung getrieben sind.

Paul Donovan von UBS kommentierte: „Diese Situation könnte tatsächlich die Unabhängigkeit der Fed stärken. Powells Entschlossenheit könnte darauf hindeuten, dass er dieses Jahr nicht als Gouverneur zurücktreten will. Es gibt Hinweise darauf, dass der Senat die Bestätigung eines neuen Fed-Vorsitzenden verzögern könnte. Sorgen über Marktreaktionen und die Wahrnehmung institutioneller Unabhängigkeit – insbesondere angesichts rechtlicher Herausforderungen – könnten zu restriktiveren geldpolitischen Entscheidungen führen.“

Pesole von ING ergänzte: „Die Märkte preisen derzeit noch keinen Verlust der Unabhängigkeit der Fed ein – entweder weil sie glauben, dass Powell standhaft bleibt, das FOMC nicht wesentlich beeinflusst wird oder die DOJ-Vorladungen wahrscheinlich nicht zu Anklagen führen.“

Dennoch stehen Asset Manager vor einer Phase erhöhter Unsicherheit. „Die Federal Reserve, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen, verschwindet allmählich aus dem Blickfeld. Sie agiert jetzt in einem veränderten Umfeld“, sagte Richard Yetsenga, Chefökonom bei ANZ, der Financial Times.

Marktüberblick vor Börseneröffnung in New York

  • S&P 500-Futures: Heute Morgen um 0,66 % gefallen, nachdem die vorherige Sitzung mit 0,65 % im Plus schloss.
  • STOXX Europe 600: Fiel im frühen Handel um 0,1 %.
  • FTSE 100 (UK): Im frühen Handel unverändert.
  • Nikkei 225 (Japan): Heute geschlossen.
  • CSI 300 (China): Stieg um 0,65 %.
  • KOSPI (Südkorea): Legte um 0,84 % zu.
  • NIFTY 50 (Indien): Stieg um 0,42 %.
  • Bitcoin: Notiert bei 90.400 US-Dollar.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Fortune.com veröffentlicht.

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Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.

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