Große Banken kündigen Finanzergebnisse an, während Trumps Kreditkartenstrategie eine neue Herausforderung mit sich bringt
Große Banken stehen vor der Veröffentlichung starker Ergebnisse für 2025
Diese Woche markiert den Beginn der Berichtssaison für die größten Banken des Landes. JPMorgan Chase eröffnet am Dienstagmorgen, gefolgt von Bank of America, Citigroup und Wells Fargo am Mittwoch. Die Woche endet mit den Berichten von Goldman Sachs und Morgan Stanley am Donnerstag.
Wichtige Trends, die es zu beobachten gilt
Analysten erwarten außergewöhnliche Ergebnisse der Großbanken, dank eines Jahres, das von steigenden Vermögenswerten und erhöhten Marktschwankungen geprägt war – Faktoren, die den wohlhabendsten Teilnehmern der k-förmigen Wirtschaft zugutekamen. Prognosen gehen von einem Rekordgewinn im Jahresverlauf aus, angeheizt durch einen Anstieg des Handelsvolumens, eine Erholung bei Fusionen und Übernahmen sowie einer starken Kreditnachfrage.
Diese starken Finanzergebnisse, gekoppelt mit steigenden Bewertungen, haben die Bankaktien bereits nach oben getrieben. Im Jahr 2025 übertrafen alle sechs führenden Banken den S&P 500, einige verzeichneten erhebliche Gewinne. Der KBW Nasdaq Bank Index stieg um etwa 30 % und übertraf damit deutlich den Anstieg des S&P von 17 %. Einige Experten prognostizieren nun, dass Banken den Markt auch im Jahr 2026 zum dritten Mal in Folge schlagen könnten – eine Serie, wie sie zuletzt in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren zu sehen war.
Dieser Optimismus basiert auf mehreren bekannten Faktoren. Allen voran steht die Erwartung, dass die Zinssätze Ende 2026 sinken werden, was sowohl das Kreditgeschäft als auch die Risikobereitschaft ankurbeln könnte. Anhaltende Stärke im Investmentgeschäft und im Wealth Management wird ebenfalls als Wachstumstreiber erwartet.
Trumps Vorschlag zu Zinssätzen sorgt für Unsicherheit
Trotz des positiven Ausblicks ist eine neue Quelle der Unsicherheit aufgetaucht. Am Wochenende erklärte Präsident Donald Trump, dass Kreditkartenunternehmen „gegen das Gesetz verstoßen“ würden, falls sie die Zinssätze nicht für ein Jahr auf 10 % begrenzen würden, wie er es verlangt hatte. Es wurde jedoch keine offizielle Politik oder Gesetzgebung verabschiedet, sodass dies eine dramatische und unkonventionelle Forderung ist, die einen der lukrativsten Bereiche des Privatkundengeschäfts ins Visier nimmt. Die Zinssätze für Kreditkarten lagen in den vergangenen Jahren bei etwa 20 %, und Trump setzte eine Frist bis zum 20. Januar für die Einhaltung.
Die Aktien großer Kreditkartenherausgeber fielen vor Börseneröffnung am Montag, was den gesamten Bankensektor belastete. Während Lobbyarbeit der Branche und rechtliche Schritte eine Durchsetzung vermutlich verzögern oder verhindern würden, verdeutlicht dieser Vorfall die Anfälligkeit des Sektors für politische Risiken und plötzliche politische Veränderungen. Einige Analysten vermuten, dass die Aussagen des Weißen Hauses eher dazu dienen sollen, Banken unter Druck zu setzen und zu Verhandlungen zu bewegen, als tatsächlich eine verbindliche Obergrenze einzuführen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Zinssätze für Kreditkarten durch ein komplexes Netz aus langjährigen Gesetzen, Aufsichtsbehörden und Entscheidungen des Supreme Court bestimmt werden. Kurz gesagt, dem Präsidenten fehlt die alleinige Befugnis, ohne Zustimmung des Kongresses eine landesweite Obergrenze zu verhängen. Daher werden diese Äußerungen eher als politisches Theater oder Versuch der Einflussnahme verstanden, nicht jedoch als konkrete politische Änderung.
Werden sich die CEOs bei den Earnings Calls zurückhalten?
Diese politische Spannung dürfte einen Schatten auf die Earnings Calls dieser Woche werfen und die Topmanager dazu veranlassen, sich in öffentlichen Aussagen zu Politik und Wirtschaft noch vorsichtiger zu äußern.
Während die Bankchefs voraussichtlich von einem hervorragenden Geschäftsjahr berichten werden, dürften sie auch mit Fragen konfrontiert werden, ob Teile ihres Geschäfts – insbesondere das Privatkundengeschäft mit Krediten – zunehmend zu politischen Brennpunkten werden.
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