Neue Inflationsdaten dürften die Fed dazu veranlassen, die aktuellen Zinssätze in diesem Monat beizubehalten
Dezember-Inflationsdaten deuten darauf hin, dass die Federal Reserve die Zinssätze voraussichtlich unverändert lässt
Neue Inflationszahlen für den Dezember zeigen, dass die Preise weiterhin in stetigem Tempo steigen, was darauf hindeutet, dass die Federal Reserve die Zinssätze auf ihrer bevorstehenden Sitzung wahrscheinlich nicht ändern wird.
Der Kern-Verbraucherpreisindex (CPI), der die unberechenbareren Kosten für Lebensmittel und Energie ausschließt, verzeichnete im Dezember einen Anstieg von 2,6 %. Dies lag leicht unter den erwarteten 2,7 %, entspricht jedoch der Rate von September bis November und bleibt damit nahe am 2 %-Ziel der Fed.
Ellen Zentner, Chefökonomin bei Morgan Stanley Wealth Management, kommentierte: „Dieses Muster haben wir schon zuvor gesehen – die Inflation beschleunigt sich zwar nicht, liegt aber immer noch über dem Zielwert. Die heutigen Daten liefern der Fed keinen ausreichenden Grund, die Zinsen in diesem Monat zu senken.“
Es ist wichtig zu beachten, dass jüngste Regierungsstillstände die Erhebung der Daten für Oktober und November durch das Bureau of Labor Statistics (BLS) beeinflusst haben, was sich auf die Vergleiche im Dezember ausgewirkt haben könnte. Insbesondere die Kosten für Wohnen stiegen im Dezember um 0,4 % und waren damit der größte Treiber der Inflation im letzten Monat. Das BLS hatte zuvor für Oktober keinen Anstieg der Mietinflation angenommen, was nach einem kühleren November zu einer künstlich höheren Dezemberzahl geführt haben könnte.
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Gregory Daco, Chefökonom bei EY-Parthenon, merkte an, dass selbst wenn die Wohnkosten überschätzt werden, sie die Auswirkungen der Zölle auf die Preise ausgleichen. Die Inflation für Kernwaren blieb im Dezember stabil bei 1,4 %, was eine langsame und ungleichmäßige Wirkung der Zölle widerspiegelt, verglichen mit den üblichen Preisrückgängen in stabileren Zeiten.
Daco fügte hinzu: „Es gibt in diesem Bericht nichts, was die Fed dazu veranlassen würde, ihre derzeitige Pause aufzugeben oder bei der nächsten FOMC-Sitzung eine Zinssenkung in Erwägung zu ziehen. Wir erwarten weiterhin insgesamt 50 Basispunkte an Zinssenkungen im Jahr 2026, gehen jedoch davon aus, dass die Fed mindestens bis Juni mit weiteren Senkungen wartet.“
John Williams, Präsident der New York Fed, äußerte sich optimistisch zu den Wachstumsaussichten für 2026. Er erwartet, dass die Inflation im ersten Halbjahr ihren Höhepunkt erreicht, bevor sie bis zum Jahresende auf knapp unter 2,5 % sinkt. Williams erwähnte zudem, dass die Auswirkungen der Zölle auf die Preise größtenteils vorübergehend sein und noch in diesem Jahr vollständig sichtbar werden dürften.
Williams betonte, dass nach drei Zinssenkungen Ende letzten Jahres der Leitzins der Fed nun näher an einer neutralen Haltung liege. Er ist der Ansicht, dass die aktuellen Zinssätze gut geeignet sind, die Beschäftigung zu unterstützen und gleichzeitig die Inflation zu senken. Dies deutet darauf hin, dass die Zentralbank derzeit komfortabel ist, die Zinssätze im Bereich von 3,5 % bis 3,75 % zu belassen.
Weitere Entwicklungen
Eine laufende Grand-Jury-Untersuchung des Justizministeriums, an der Fed-Vorsitzender Jay Powell beteiligt ist, dürfte den zukünftigen Zinsentscheidungen zusätzliche Unsicherheit verleihen.
Daco schlug außerdem vor, dass die politischen Entscheidungsträger einen restriktiveren Tonfall einnehmen könnten, um die Unabhängigkeit der Fed zu unterstreichen. Er merkte an, dass diese Situation die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnte, dass Jerome Powell nach Ablauf seiner Amtszeit als Vorsitzender im Mai 2026 weiterhin im Board bleibt, da seine Amtszeit als Gouverneur bis Januar 2028 läuft.
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