- Deutschland genehmigte bis Ende 2025 dutzende MiCAR-Lizenzen unter strenger Aufsicht der BaFin.
- DZ Bank erhielt die Zulassung für meinKrypto, während der Kryptohandel in das genossenschaftliche Bankwesen Einzug hält.
- MiCAR-Regeln verbinden digitale Vermögenswerte mit Banken durch lizenzierte Verwahrung und Ausführung.
Die DZ Bank, das zweitgrößte Finanzinstitut Deutschlands, hat einen bedeutenden regulatorischen Meilenstein erreicht, indem sie die Zulassung nach der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) der Europäischen Union erhalten hat. Über ihre neue Plattform meinKrypto bietet die Bank Dienstleistungen im Bereich Kryptowährungshandel an. Ende Dezember 2025 erteilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Genehmigung, was einen bedeutenden Schritt für die Akzeptanz digitaler Vermögenswerte im traditionellen Bankensektor unter einem vollständig regulierten System darstellt.
Gleichzeitig zeigt die BaFin wenig Toleranz gegenüber unvollständigen Anträgen. Die Behörde lehnte den Zulassungsantrag der Ethena GmbH ab – eine Entscheidung, die verdeutlicht, wie eng der Korridor für Compliance geworden ist. Von diesem Zeitpunkt an erfolgte der Marktzugang zunehmend über regulierte Plattformen anstelle von unabhängigen Kryptofirmen.
Eine dieser Plattformen ist nun Teil des traditionellen Bankensystems. Die DZ Bank hat die Genehmigung erhalten, den Handel mit Krypto-Assets über ihre meinKrypto-Plattform anzubieten. Damit wird der Zugang zu digitalen Vermögenswerten direkt mit dem genossenschaftlichen Bankennetzwerk Deutschlands verknüpft.
Ein schnellerer Zeitplan für Compliance
Deutschland entschied sich für ein schnelleres Vorgehen als die übrige Europäische Union. Während MiCAR eine Übergangsfrist von 18 Monaten vorsieht, wählten die deutschen Behörden ein Zeitfenster von 12 Monaten. Bestehende Kryptofirmen sahen sich mit engeren Fristen konfrontiert und viele eilten, ihre Betriebsstrukturen anzupassen.
Laut einem Bericht von Structured Retail Products führte dies zu einem Anstieg der Lizenzierungsaktivitäten. Bis Ende 2025 hatte die BaFin die Prüfungen für dutzende Antragsteller abgeschlossen und einige von ihnen zugelassen. Die Behörde genehmigte zudem MiCAR-konforme Strukturen, die mit etablierten Finanzinstituten verbunden sind, darunter die Wertpapiertochter der Deutschen Bank und Bitpanda Asset Management.
Dieser Ansatz hat den Markt verändert. Unternehmen, die die Anforderungen an Kapital, Governance und Berichterstattung erfüllten, blieben aktiv. Wer sich nicht anpasste, verlor seinen Zugang. Der Kryptosektor in Deutschland wurde weniger fragmentiert und stärker institutionell geprägt.
meinKrypto tritt dem genossenschaftlichen Netzwerk bei
Die meinKrypto-Plattform der DZ Bank wurde für das genossenschaftliche Bankwesen entwickelt. Sie bedient die Volksbanken und Raiffeisenbanken, die zusammen eines der größten deutschen Retail-Bankennetze bilden. Jede Genossenschaftsbank muss die BaFin vor dem Angebot des Dienstes informieren.
Diese Vorgabe ermöglicht eine gestaffelte Einführung. Einige Banken könnten schnell agieren, andere zögern. Die Struktur stellt eine fortwährende Aufsicht sicher und gibt den einzelnen Instituten Raum, ihre Einführung zu planen.
Das Timing spiegelt die größere Rolle von MiCAR wider. Der 2023 verabschiedete und ab 2025 vollumfänglich geltende Rechtsrahmen führte einheitliche Regeln für die Ausgabe, den Handel und die Verwahrung von Krypto-Assets in der gesamten EU ein. Für die DZ Bank war das Agieren innerhalb dieses Rahmens eine Voraussetzung und keine bloße Formalität.
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Vertraute Systeme, regulierte Strukturen
meinKrypto ist direkt mit der VR-Banking-App verbunden. Kunden können digitale Vermögenswerte handeln und verwalten, ohne ihre gewohnte Banking-Oberfläche zu verlassen. Das Setup ähnelt dem traditionellen Online-Banking und weniger eigenständigen Kryptoplattformen.
Die Verwahrdienstleistungen werden von Boerse Stuttgart Digital Custody erbracht, das unter einer Krypto-Lizenz operiert. Die Handelsausführung erfolgt über EUWAX. Beide Partner arbeiten im Rahmen der operativen und berichterstattungspflichtigen Standards von MiCAR.
Diese Arrangements adressieren langjährige Bedenken bezüglich Verwahrung und Ausführung. Sie spiegeln auch wider, wie MiCAR die Infrastrukturentscheidungen verändert hat. Lizenzierte Anbieter verlassen sich nun auf regulierte Partner statt auf maßgeschneiderte oder Offshore-Lösungen.
