Laut Analysten wird erwartet, dass AI-Hyperscaler im Jahr 2026 die Emission von US-Unternehmensanleihen ankurbeln werden.
KI-Expansion treibt Anstieg bei US-Unternehmensanleihen-Emissionen an
Von Matt Tracy
Analysten prognostizieren für 2026 einen deutlichen Anstieg der Emissionen von US-Unternehmensanleihen, der vor allem durch die aggressiven Infrastrukturinvestitionen führender KI-Hyperscaler-Unternehmen befeuert wird.
Laut einem aktuellen Bericht von Barclays werden in diesem Jahr zwar verstärkte Fusionen und Übernahmen sowie der Refinanzierungsbedarf bestehender Verbindlichkeiten zu höheren Anleiheemissionen beitragen, doch der wichtigste Treiber dürften die enormen Kapitalanforderungen der KI-Unternehmen sein.
Barclays geht davon aus, dass das Gesamtvolumen der US-Unternehmensanleiheemissionen im Jahr 2026 auf 2,46 Billionen US-Dollar ansteigen wird, was einem Zuwachs von 11,8 % gegenüber der für 2025 prognostizierten Summe von 2,2 Billionen US-Dollar entspricht. Die Nettoemissionen werden in diesem Jahr voraussichtlich 945 Milliarden US-Dollar erreichen, ein Anstieg von 30,2 % im Vergleich zu 726 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Die Barclays-Analysten bemerkten: „Der Anstieg des Nettoangebots stammt hauptsächlich aus nichtfinanziellen Sektoren, wobei die Investitionsausgaben der KI-Hyperscaler das größte Potenzial für überdurchschnittlich große öffentliche Anleiheemissionen bergen.“
Die KI-Giganten haben sowohl ihre Investitionen als auch ihre Verschuldung erhöht, da sie ihre Rechenzentrumsnetze und Verarbeitungskapazitäten in rasantem Tempo ausbauen.
Laut einem Bericht von BofA Securities vom 9. Januar haben die fünf führenden KI-Hyperscaler – Amazon, Google (im Besitz von Alphabet), Meta, Microsoft und Oracle – im vergangenen Jahr zusammen US-Unternehmensanleihen im Wert von 121 Milliarden US-Dollar emittiert. Diese Summe übertrifft ihren jährlichen Durchschnitt von 28 Milliarden US-Dollar zwischen 2020 und 2024 bei weitem.
Die BofA-Analysten erwarten zudem, dass die Verschuldung dieser Technologieführer weiter beschleunigt, und prognostizieren, dass diese Gruppe in den nächsten drei Jahren jeweils rund 140 Milliarden US-Dollar pro Jahr aufnehmen könnte, wobei die jährlichen Gesamtsummen sogar die 300-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten könnten.
Falls sich diese Trends fortsetzen, könnten die „Big Five“ Hyperscaler das durchschnittliche jährliche Emissionsvolumen der sechs größten US-Banken erreichen, das BofA mit 157 Milliarden US-Dollar beziffert.
BofA-Analysten kommentierten: „Ein sprunghafter Anstieg des Anleiheangebots zur Finanzierung von KI-Initiativen könnte diese fünf Technologieunternehmen zu den größten Emittenten im Investment-Grade-Index machen.“
MUFG-Analysten berichteten, dass im Jahr 2025 Hyperscaler vier der fünf größten US-High-Grade-Anleihetransaktionen stellten, von denen die meisten in der zweiten Jahreshälfte stattfanden.
Zu den bemerkenswerten Deals zählten der Verkauf von Oracle-Anleihen im Wert von 18 Milliarden US-Dollar im September, gefolgt von Metas rekordverdächtigem Angebot über 30 Milliarden US-Dollar im Oktober – dem bislang größten High-Grade-Anleiheverkauf außerhalb von M&A – sowie umfangreiche Emissionen von Alphabet (17,5 Milliarden US-Dollar) und Amazon (15 Milliarden US-Dollar) im November.
Diese Schuldenaufnahme hat zu einem Anstieg der Kreditspreads geführt, sodass Anleger zunehmend Credit Default Swaps (CDS) als Absicherung gegen potenzielle KI-bezogene Risiken nutzen.
Seit Juni 2025 sind die Kosten für die Absicherung von Hyperscaler-Schulden über CDS gestiegen; laut MUFG hat sich der fünfjährige CDS von Oracle nach der Anleiheemission im September mehr als verdreifacht.
Rechtliche Schritte gegen Oracle
Am Mittwoch sah sich Oracle einer Klage von Anleihegläubigern gegenüber, die behaupten, Verluste erlitten zu haben, weil das von Larry Ellison geleitete Unternehmen seinen Bedarf an erheblichen zusätzlichen Schulden zur Unterstützung des Ausbaus der KI-Infrastruktur nicht offengelegt habe.
Bericht von Matt Tracy in Washington; Redaktion: Lisa Shumaker
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