OpenAI und Microsoft verpassen letzte Gelegenheit, einen Prozess mit Musk zu verhindern
OpenAI und Microsoft müssen sich Geschworenenprozess wegen Elon Musks Klage stellen
Fotograf: Stefani Reynolds/Bloomberg
Ein Bundesrichter in Oakland, Kalifornien, hat entschieden, dass OpenAI und Microsoft sich einem Prozess stellen müssen, nachdem Elon Musk behauptet hatte, OpenAI habe sich nach erheblichen Investitionen von Microsoft und dem Wechsel zu einem gewinnorientierten Modell von seiner ursprünglichen gemeinnützigen Mission entfernt. Der Richter wies die Anträge beider Unternehmen, Musks Klage abzuweisen, zurück und setzte damit einen Geschworenenprozess für Ende April an.
Elon Musk, der OpenAI 2015 gemeinsam mit Sam Altman und anderen mitbegründete, gründete 2023 sein eigenes KI-Unternehmen. Musk behauptet, dass OpenAIs Annahme von Milliarden an Finanzmitteln und die anschließenden Geschäftsentscheidungen gegen die Gründungsprinzipien der Organisation als öffentliche Wohltätigkeitsorganisation verstoßen hätten.
Wichtige Bloomberg-Schlagzeilen
OpenAI reagierte auf die Klage mit der Aussage: „Die Behauptungen von Herrn Musk sind unbegründet und Teil eines Musters der Belästigung. Wir freuen uns darauf, unseren Fall vor Gericht darzulegen und bleiben der Unterstützung der OpenAI Foundation verpflichtet, die zu den am besten finanzierten gemeinnützigen Organisationen überhaupt zählt.“
Richterin Yvonne Gonzalez Rogers lehnte es ab, Musks Behauptung abzuweisen, dass OpenAI seiner Verpflichtung, als gemeinnützige Stiftung zu agieren, nicht nachgekommen sei. Sie stellte fest, dass die Beweislage zwar nicht eindeutig sei, Musk jedoch darauf beharre, dass seine finanzielle Unterstützung unter der Voraussetzung erfolgte, dass die Organisation Open Source und gemeinnützig bleibt – im Einklang mit ihrer erklärten Mission.
Die Richterin wies außerdem das Argument von OpenAI zurück, dass Musks Verwendung eines Vermittlers zur Spende von 38 Millionen Dollar ihn daran hindern sollte, diese Bedingungen durchzusetzen. Sie betonte, dass eine solche Haltung die Durchsetzung gemeinnütziger Stiftungen generell untergraben würde.
Darüber hinaus ließ das Gericht Musks Betrugsvorwürfe zu und bezog sich dabei auf Korrespondenz aus dem Jahr 2017 von OpenAI-Mitbegründer Greg Brockman. In einer E-Mail äußerte Brockman den Wunsch, an der gemeinnützigen Struktur festzuhalten, während eine spätere private Notiz Zweifel an der Aufrechterhaltung dieser Verpflichtung offenbarte.
Die Geschworenen müssen entscheiden, ob Microsoft eine Rolle bei der angeblichen Verletzung der Verpflichtungen von OpenAI gegenüber Spendern wie Musk spielte.
Weitere Entwicklungen im Fall
Die Richterin stellte fest, dass Musk umfangreiche Beweise vorgelegt habe, die darauf hindeuten, dass Microsoft möglicherweise direkt von möglichem Fehlverhalten wusste. Sie wies jedoch Musks Behauptung zurück, Microsoft sei auf seine Kosten „ungerechtfertigt bereichert“ worden. Eine solche Behauptung würde ein Vertragsverhältnis zwischen Musk und Microsoft voraussetzen, das nicht bestand.
Weder Musks Anwalt Marc Toberoff noch Vertreter von Microsoft gaben unmittelbar eine Stellungnahme zur Entscheidung ab.
OpenAI, mit 500 Milliarden Dollar bewertet und bekannt für die Entwicklung von ChatGPT, wurde im Oktober umstrukturiert. Das Unternehmen kündigte an, dass Microsoft einen Anteil von 27 % übernehmen werde, während der gemeinnützige Arm weiterhin die Kontrolle über die gewinnorientierten Aktivitäten behalte. Dieser Schritt erfüllte die langfristige Vision von CEO Sam Altman für die Organisation.
Der Rechtsstreit zwischen Musk und Altman, einstige Partner und nun Rivalen, hat sich seit 2024 verschärft. Musks neues Unternehmen xAI hat sich zu einem bedeutenden Konkurrenten für OpenAI entwickelt. Im vergangenen Jahr lehnte OpenAI Musks unaufgefordertes Angebot von 97,4 Milliarden Dollar zum Kauf der gemeinnützigen Vermögenswerte ab.
Altman kritisierte Musks Klage und bezeichnete sie als Versuch, mit Hilfe der Gerichte den Fortschritt eines Konkurrenten zu behindern.
Berichterstattung von Shirin Ghaffary, Madlin Mekelburg und Matt Day.
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