Arbeitsplätze im Handwerk sind „nicht leicht zugänglich“: Carhartt-CEO
Carhartt und Ford bündeln ihre Kräfte zur Unterstützung von Fachkräften
Carhartt, ein in Detroit ansässiges Unternehmen mit einer 137-jährigen Tradition in Arbeitskleidung, ist stark auf Kundinnen und Kunden aus Fabriken und mechanischen Berufen angewiesen, wenn es um seine charakteristischen Jacken und Hoodies geht.
Die sinkende Zahl von Arbeitsplätzen im handwerklichen Bereich stellt jedoch eine erhebliche Herausforderung für die Marke dar.
Linda Hubbard, seit 2024 CEO von Carhartt, hob dieses Problem in einem Interview mit Yahoo Finance’s Market Catalysts hervor. Sie betonte, dass Fachberufe und technische Tätigkeiten in den USA unterbewertet und zunehmend schwer zugänglich seien. Hubbard, die seit 2002 im familiengeführten Unternehmen tätig ist, bringt einen Hintergrund aus dem Rechnungswesen in ihre Führungsrolle ein.
Um diese Herausforderungen im Arbeitsmarkt anzugehen, hat Carhartt eine Partnerschaft mit einem weiteren Detroiter Symbol, Ford (F), geschlossen. Die beiden Unternehmen, deren Ursprünge nur eine Meile voneinander entfernt liegen, kündigten kürzlich eine langfristige Zusammenarbeit an. Ihre Pläne umfassen die Einführung eines Carhartt-inspirierten Ford Super Duty Trucks im Jahr 2027, die Vorstellung neuer Kleidung zur Förderung von Fachberufen sowie Investitionen in die Entwicklung der Arbeitskräfte und Gemeinschaftsinitiativen.
Diese Partnerschaft baut auf einer langjährigen Verbindung auf—Carhartt lieferte von den 1920er bis in die 1970er Jahre Uniformen für Ford-Fabrikmitarbeiter.
„Unsere Mission ist es nicht nur, hochwertige Ausrüstung zu produzieren, die diejenigen in anspruchsvollen Jobs schützt, sondern sie auch auf andere Weise zu unterstützen“, erklärte Hubbard. „Wir wollen die Chancen hervorheben, die sich für Neueinsteiger in den Fachberufen bieten.“
Diese Zusammenarbeit kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die US-Wirtschaft.
Die Bedeutung der wesentlichen Wirtschaftszweige
Ford-CEO Jim Farley bezeichnete Branchen wie Bauwesen, Versorgungsunternehmen, Fracht, Landwirtschaft, Transport, Energie, Ersthelfer und Geräteherstellung kürzlich als „wesentliche Wirtschaft“.
Diese wichtigen Industrien tragen 12 Billionen Dollar zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei, bieten 95 Millionen Menschen Arbeit und umfassen 3 Millionen Unternehmen.
Carhartt-Präsidentin und CEO Linda Hubbard spricht auf Fords Pro Accelerate Event am 30. September 2025 in Detroit. (Bill Pugliano/Getty Images)
Bill Pugliano via Getty ImagesTrotz ihrer Bedeutung kämpfen diese Sektoren mit Arbeitskräftemangel. Während erfahrene Arbeitskräfte in den Ruhestand gehen, zögern jüngere Generationen—wie Gen Z—häufig, körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten wie das Be- und Entladen von Fracht anzunehmen. Zudem fehlt einigen derzeitigen Beschäftigten die Qualifikation, um sich an die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz in den Lieferketten anzupassen.
Eine aktuelle Umfrage von PRT Staffing ergab, dass 17,4 % der Fertigungsunternehmen unter Arbeitskräftemangel leiden. Die Lage könnte sich verschärfen, bevor sie sich bessert, selbst wenn Unternehmen wie Ford in die Erweiterung des Talentpools investieren. PRT schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren 3,8 Millionen Stellen im verarbeitenden Gewerbe besetzt werden müssen.
Investitionen in die nächste Generation
Im September kündigte Ford über 5 Millionen Dollar für die Entwicklung von Arbeitskräften bis 2026 an. Diese Investition unterstützt 15 Ford Future Builders Labs in Michigan und Tennessee und bietet praxisnahe Lernerfahrungen für Schüler der Klassen K-12. Ford arbeitet außerdem mit SkillsUSA zusammen, um fortschrittliche Programme in Fertigung und Automobiltechnik für Highschool-Schüler auszuweiten.
Schließung der Arbeitskräftelücke
Farley betonte die Dringlichkeit, mehr Arbeitskräfte für diese wichtigen Berufe auszubilden. „Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir steigende Kosten und Projektverzögerungen sehen“, sagte er beim Pro Accelerate Gipfel von Ford im September. „Allein heute Morgen gab es 6.000 offene Serviceplätze in unseren Autohäusern.“
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