Market Maker bezeichnen den jüngsten Angriff auf Venezuela als bullisch für Krypto.
Auf den ersten Blick mag das gewagt erscheinen. Wenn man sich jedoch anschaut, wie Kapital in Risikoanlagen umgeschichtet wird, ergibt das Argument Sinn.
Bisher ist die gesamte Marktkapitalisierung um 7 % gestiegen, was einem soliden Zufluss von 250 Milliarden US-Dollar entspricht.
Es geht jedoch nicht nur um die technischen Aspekte.
Wichtiger ist das „Timing“, das das bullische Szenario untermauert. Im Gegensatz zu langanhaltenden Konflikten, die Kapital typischerweise in traditionelle Anlagen treiben, war diese FUD-Phase nur von kurzer Dauer. Infolgedessen floss Kapital zurück in Bitcoin [BTC].
Das Ergebnis? Bitcoin verzeichnet nahezu doppelt so hohe Kapitalzuflüsse wie Gold (XAU).
Inzwischen sieht das Narrativ beim Öl ähnlich aus. Jede tatsächliche Auswirkung auf das Angebot aus Venezuela würde Monate benötigen, um die US-Märkte zu erreichen. Daher bleiben die Kapitalzuflüsse in Öl begrenzt, mit Gewinnen, die 2× geringer ausfallen als bei BTC.
Kurz gesagt, Bitcoin fungiert derzeit als bevorzugter Hedge angesichts der aktuellen makroökonomischen FUD.
Dennoch haben Skeptiker diese „Venezuela-getriebene“ Rallye infrage gestellt und argumentiert, dass sie nicht die fundamentalen Voraussetzungen für eine nachhaltige Bewegung habe. Dadurch rücken On-Chain-Daten in den Fokus. Sollte eine Divergenz entstehen, handelt es sich dann nur um eine weitere „Sell-the-News“-Bewegung?
Bitcoins Zugewinne stoßen auf Gegenwind durch geringes Spot-Volumen
Aus Liquiditätssicht zeigte Bitcoin eine klare Divergenz.
Auf der Derivate-Seite führte eine jüngste Short-Liquidation im Wert von 450 Millionen US-Dollar dazu, dass Wetten auf fallende Kurse nach dem Angriff ausgelöscht wurden. Infolgedessen eroberte BTC die 94.000 US-Dollar zurück und löste damit den größten Short-Liquiditäts-Sweep seit über einem Monat aus.
Dementsprechend baut sich nun spekulatives Kapital auf. Das Open Interest (OI) von Bitcoin stieg an einem einzigen Tag um etwa 3 Milliarden US-Dollar.
Darüber hinaus brachte dies das gesamte OI auf fast 62 Milliarden US-Dollar zurück, was dem Niveau von Ende November entspricht.
In diesem Zusammenhang mahnt der jüngste Bericht von Glassnode zur Vorsicht.
Bei näherer Betrachtung liegt das aggregierte Spot-Volumen von Bitcoin bei etwa 10 Milliarden US-Dollar und damit auf dem niedrigsten Stand seit November 2023. Der Bericht hebt dies als einen „krassen Gegensatz“ zur aktuellen Aufwärtsbewegung am Markt hervor.
Deshalb neigt die Waage in Richtung der Skeptiker.
Da die On-Chain-Liquidität von BTC dünn ist, sind Bedenken bezüglich „Sell-the-News“ nachvollziehbar. Daher gleicht die Rallye eher einem Hype-Zyklus, dem das Momentum fehlt, um die Marke von 100.000 US-Dollar zu überschreiten, wodurch der Markt einer möglichen Long Squeeze ausgesetzt bleibt.
Fazit
- Das kurzfristige Venezuela-FUD brachte 250 Milliarden US-Dollar in den Kryptomarkt, wobei BTC nahezu doppelt so hohe Zuflüsse wie Gold verzeichnete, während die Gewinne bei Öl begrenzt blieben.
- Trotz der Rallye zeigen On-Chain-Metriken ein geringes Spot-Volumen und gehebelte Positionen, was auf eine mögliche „Sell-the-News“-Bewegung und erhöhte Volatilität hindeutet.



