Gold ist gefallen, der Euro ist schwach – wohin soll das Geld fließen?
Huitong Netz, 7. Januar—— Am Mittwoch (7. Januar) wurde der Euro gegenüber dem US-Dollar während der europäischen Sitzung um 1,1690 gehandelt, wobei der Kurs offensichtlich vom US-Dollar unter Druck gesetzt wurde. Auf den ersten Blick scheint es sich um eine einfache Wechselkursschwankung zu handeln, tatsächlich steckt jedoch eine klare logische Kette dahinter. Dieser Anstieg des US-Dollars ist nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen, sondern das Ergebnis des Zusammenwirkens von drei Hauptantriebskräften.
Am Mittwoch (7. Januar) wurde der Euro gegenüber dem US-Dollar während der europäischen Sitzung um 1,1690 gehandelt, wobei der Kurs offensichtlich vom US-Dollar unter Druck gesetzt wurde. Auf den ersten Blick scheint es sich um eine einfache Wechselkursschwankung zu handeln, tatsächlich steckt jedoch eine klare logische Kette dahinter. Dieser Anstieg des US-Dollars ist nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen, sondern das Ergebnis des Zusammenwirkens von drei Hauptantriebskräften.
Zunächst ist die optimistische Erwartung des Marktes an die US-Arbeitsmarktdaten zu nennen. Immer wenn wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, positionieren sich die Anleger im Voraus und folgen dem Prinzip „die Erwartungen kaufen“. Derzeit erwartet der Markt allgemein, dass der Arbeitsmarkt widerstandsfähig bleibt, was dem US-Dollar schon vor der Veröffentlichung der Daten Unterstützung verschafft hat. Zweitens verändert der Wandel des Zinspfades die Attraktivität von Vermögenswerten. Der Markt schätzt derzeit die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung der Fed im März auf nur noch 45 %, was bedeutet, dass die restriktive Geldpolitik länger beibehalten wird. Das Hochzinsumfeld erhöht die relative Rendite von US-Dollar-Anlagen und zieht internationales Kapital an. Der dritte Hinweis ist die gestiegene Risikoscheu. In einem global instabilen geopolitischen Umfeld und schwankender Risikoneigung suchen Händler erneut den US-Dollar als zentrales sicheres Anlagegut.
Das Zusammenwirken dieser drei Kräfte hat dem US-Dollar zu einer Phase relativer Stärke verholfen. Es ist jedoch zu beachten, dass dieser Anstieg eher „Erwartungsbewertung“ als tatsächliche Umsetzung widerspiegelt. Sobald die nachfolgenden Daten die Erwartungen nicht erfüllen oder Signale für eine Wende der Politik erscheinen, kann sich der Markt schnell drehen.
„Kaufe die Erwartung, verkaufe die Fakten“: Welches Schauspiel spielt der Markt gerade?
Das Marktgeschehen widerspricht oft der Intuition – gute Nachrichten führen zu Kursrückgängen, schlechte Nachrichten zu Anstiegen. Dieses Phänomen wird als „Kaufe die Erwartung, verkaufe die Fakten“ bezeichnet. Die aktuelle Stärke des US-Dollars ist ein Paradebeispiel für diese Logik.
Vor der Veröffentlichung wichtiger Daten positionieren sich Händler auf Basis von Prognosen im Voraus. Wenn zum Beispiel derzeit alle davon ausgehen, dass die US-Arbeitsmarktdaten nicht schlecht ausfallen werden, kaufen viele US-Dollar. Wenn die Daten dann tatsächlich veröffentlicht werden und sogar gut sind, könnte der Markt dennoch zu Gewinnmitnahmen neigen, was einen Rückgang beim Kurs auslöst. Deshalb werden gute Nachrichten manchmal als negativ für den Kurs interpretiert.
Der aktuelle Fokus des Marktes liegt auch nicht mehr nur auf einer bestimmten Sitzung oder einer einzelnen Zahl, sondern auf der Frage, ob es im kommenden Jahr zu strukturellen Veränderungen in der Geldpolitik kommt. Es gibt Stimmen, die meinen, dass politischer Druck die Fed zu unkonventionellen Maßnahmen bewegen könnte, etwa zu deutlichen Zinssenkungen auch bei kräftigem Wirtschaftswachstum. Auch wenn dies der traditionellen Makrologik widerspricht, wäre es bei deutlich nachlassender Inflation oder Druck auf das Finanzsystem nicht völlig ausgeschlossen. Noch wichtiger: Wenn es künftig Präzedenzfälle für eine administrative Einflussnahme auf Zentralbankentscheidungen gibt – wie jüngst in der Diskussion um den Fall Lisa Cook –, würden die Sorgen des Marktes um die Unabhängigkeit der Geldpolitik zunehmen und die Unsicherheitsprämie steigen.
In einem solchen Umfeld bevorzugt das Kapital zunächst „Sicherheit vor Umsetzung“ – das heißt, vor der endgültigen Klärung hält man lieber stabile Anlagen wie den US-Dollar. Analysten warnen jedoch, dass diese Unterstützung meist nur temporär ist und das Kapital bei einer klareren Lage schnell in andere Vermögenswerte umschichten kann.
Warum steht der Euro unter Druck? Zwickmühle durch innen- und außenpolitische Belastungen
Im Vergleich dazu präsentiert sich der Euro schwach. Neben der durch die US-Dollar-Stärke verursachten passiven Abwertung werden auch die Fundamentaldaten und die politische Perspektive des Euro selbst zum Belastungsfaktor.
Die Inflation in Europa geht weiter zurück, insbesondere verlangsamte sich die deutsche Verbraucherpreisinflation im Dezember von 2,6 % auf 2 %. Diese Entwicklung führt dazu, dass der Markt den geldpolitischen Spielraum der Europäischen Zentralbank neu bewertet. Sollte der Disinflationsprozess weiter fortschreiten, wird spekuliert, ob die EZB den Lockerungszyklus früher als erwartet einleiten könnte. Steigen die Zinssenkungserwartungen, sinkt die Attraktivität der Renditen von Euro-Vermögenswerten, was den Kapitalabfluss verstärkt.
Parallel dazu verschärfen interne Wachstums- und Haushaltsprobleme in Europa die Risikosorgen. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte öffentlich, dass Teile der Industrie in einer kritischen Lage seien und die Regierung in den letzten acht Monaten unzureichend gehandelt habe; das französische Finanzministerium warnte, dass das Defizit bei ausbleibendem Haushaltskompromiss auf 5,4 % steigen und sogar eine Herabstufung des Kreditratings drohen könnte. Diese Stimmen verstärken die internationalen Zweifel an der fiskalischen Nachhaltigkeit der Eurozone, weshalb Händler höhere Risikoprämien verlangen, was den Euro zusätzlich belastet.
Aus technischer Sicht ist der Euro gegenüber dem US-Dollar bei 1,1807 auf Widerstand gestoßen und zurückgefallen, was auf starken Verkaufsdruck im oberen Bereich hindeutet. Der Bereich um 1,1750 bildet die Trennlinie zwischen Bullen und Bären; ein nachhaltiger Ausbruch bleibt aus, daher dürfte eine Erholung eher als Korrektur denn als Trendwende zu werten sein. Die Untergrenze bei 1,1658 wurde zuletzt getestet und zeigt eine gewisse Unterstützung. Der Kurs liegt zwar noch darüber, ist aber nicht weit entfernt; bei erhöhter Volatilität könnten technische Verkäufe ausgelöst werden. Der MACD-Indikator zeigt eine kurzfristige Abschwächung: DIFF liegt bei 0,0019, DEA bei 0,0031, das MACD-Histogramm bei -0,0025, der RSI bei etwa 47,0851, also im neutral-schwachen Bereich – was bedeutet, dass der Markt noch nicht überverkauft ist und weiteres Abwärtspotenzial besteht.
Gold-Korrektur, Wechselkurs-Patt: Wie geht es weiter?
Die Stärke des US-Dollars beeinträchtigt nicht nur den Euro, sondern hat auch zu einer Korrektur beim Gold geführt. Das ist der typische „Effekt der Bewertungswährung“ – steigt der US-Dollar und die Realzins-Erwartungen, gerät das in US-Dollar bewertete Gold unter Druck.
Die mittelfristige Widerstandsfähigkeit von Gold ist jedoch nicht verschwunden. Vor dem Hintergrund einer zunehmend fragmentierten Weltordnung passen viele Zentralbanken ihre Reservezusammensetzung an und erhöhen den Anteil an Edelmetallen. Diese langfristigen Rebalancing-Prozesse bieten bei Preiskorrekturen eine gewisse Unterstützung nach unten. Der Rückgang des Goldpreises ist daher eher eine Frage des Tempos als eine Trendumkehr.
Zurück zum Euro/US-Dollar: Der Kurs dürfte sich vorerst eher volatil seitwärts als in einem klaren Trend bewegen. Kurzfristig hängt die Entwicklung davon ab, wie sehr die anstehenden Daten von den Markterwartungen abweichen. Sind die Arbeitsmarktdaten stark und bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im März unter 50 %, könnte der US-Dollar seine Stärke fortsetzen und der Euro die Bereiche um 1,1658 oder noch tiefer testen; im umgekehrten Fall – bei schwachen Daten oder gelockerten Zinserwartungen – hat der Euro die Chance, in den Bereich um 1,1750 zurückzukehren.
Mittelfristig hängt das Schicksal des Euro von zwei Schlüsselfaktoren ab: Erstens, ob die EZB aufgrund rascher Disinflation zu einer vorzeitigen Lockerung gezwungen wird, und zweitens, ob es der EU gelingt, mit einer stabilen Haushalts- und Wachstumsstory das Vertrauen zurückzugewinnen. Beim US-Dollar wiederum wird sich zeigen, ob „hohe Zinsen länger durchzuhalten sind“ oder sich der „Politikrahmen grundlegend verändert“ – je nachdem, welche Seite die Oberhand gewinnt. Im Kräftemessen zwischen beiden wird der Wechselkurs voraussichtlich zwischen 1,1658 und 1,1750 pendeln, bis ein neuer Katalysator das Gleichgewicht auflöst.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Cathie Wood stößt diese zwei Rüstungsaktien mit einem zukunftsorientierten Ansatz ab. Sollten Sie dasselbe tun?
Was steht bevor: Die Zukunft von Krypto
Die Bank of America empfiehlt, vor den Quartalszahlen Amazon-Aktien zu kaufen
Was ist Zero Knowledge Proof? Ein Leitfaden zu Substrate Pallets und ZK-Technologie

