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Bitcoin verzeichnete ein Intraday-Tief unter 90.000 $, da die allgemeine Marktstimmung vor dem Urteil des US Supreme Court zu Zöllen bärisch wurde.
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Auch wenn die Dynamik nachzulassen scheint, deutet aus einer breiteren Perspektive der BTC-Kurs darauf hin, dass Gewinne für den nächsten Ausbruch akkumuliert werden.
Der Bitcoin-Kurs schwankt derzeit um die entscheidende Marke von 90.000 $, nachdem es nicht gelungen ist, sich oberhalb von 95.000 $ zu etablieren, was eine deutliche Veränderung der kurzfristigen Marktstruktur ausgelöst hat. Die Ablehnung auf höheren Niveaus hat BTC in eine Konsolidierungsphase gedrängt und den breiteren Kryptomarkt nach unten gezogen.
Ein zentrales makroökonomisches Risiko ist das für Freitag erwartete Urteil des US Supreme Court zur Rechtmäßigkeit der von Ex-Präsident Donald Trump verhängten Zölle. Fast 1.000 Unternehmen haben diese Maßnahmen angefochten und vor wirtschaftlichen und handelspolitischen Störungen gewarnt. Ein Urteil gegen Trump könnte den Dollar stärken und eine Risikoaversion an den globalen Märkten auslösen – was zusätzlichen Druck auf Bitcoin ausübt. In diesem Fall droht BTC, die lokale Unterstützung bei 89.000 $ zu verlieren, was weiteren Abwärtsraum eröffnen würde.
BTC-Kurs testet die Unterstützung an der 200-Tage-Linie
Bitcoin startete in das Jahr 2026 mit einem starken Ausbruch und stieg aus einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung fast auf 95.000 $. Die Dynamik ließ jedoch rasch nach. Der Kurs ist in den letzten Sitzungen um mehr als 5 % gefallen, wobei das rückläufige Volumen eher auf Distribution als auf gesunde Konsolidierung hinweist.
Sofern BTC nicht rasch die Zone von 90.500–91.000 $ zurückerobert, könnte der Abwärtsdruck im Laufe der Woche anhalten, insbesondere da die makroökonomische Unsicherheit ihren Höhepunkt erreicht. Das Halten oberhalb von 89.000 $ bleibt entscheidend, um einen weiteren breiten Abwärtstrend zu verhindern.
Wie im obigen Chart zu sehen ist, wurde der BTC-Kurs seit Dezember zum dritten Mal in Folge abgewiesen und sendet damit bärische Signale. Der MACD zeigt einen Rückgang des Kaufdrucks, was zu einem weiteren bärischen Crossover führen könnte. Solange sich der Indikator im negativen Bereich bewegt, bleibt die Möglichkeit eines verlängerten Rücksetzers bestehen. Die 200-Tage-Linie könnte jedoch als starke Unterstützung dienen und eine Erholung auslösen, allerdings nur, wenn das Kaufvolumen zunimmt.
Dynamik kühlt ab, aber der übergeordnete Trend bleibt intakt
Das Verhältnis von Marktwert zu realisiertem Wert (MVRV) bei Bitcoin liegt derzeit bei etwa 1,6 und bietet einen wichtigen Kontext für die laufende Kurskorrektur. Das MVRV-Verhältnis vergleicht den Marktpreis von Bitcoin mit den durchschnittlichen On-Chain-Kosten aller Coins und hilft zu beurteilen, ob der Markt überhitzt oder unterbewertet ist.
Quelle: Historisch gesehen haben sich große Zyklenspitzen gebildet, wenn der MVRV-Wert über die Zone von 3,5–4,0 steigt – ein Niveau, das mit extremen Gewinnmitnahmen und euphorischer Stimmung verbunden ist. Aktuell liegt Bitcoin deutlich unter diesen Schwellen, was darauf hindeutet, dass der Markt trotz jüngster Höchststände nicht überhitzt ist.
In früheren Bullenzyklen kam es bei Bitcoin häufig zu Rücksetzern und Konsolidierungsphasen, während der MVRV zwischen 1,3 und 2,0 blieb, bevor der übergeordnete Aufwärtstrend fortgesetzt wurde. Die aktuelle Kennzahl passt in dieses Muster und deutet darauf hin, dass die jüngste Schwäche eher als gesunde Korrektur denn als struktureller Bruch zu werten ist. Das Abwärtsrisiko würde erst dann deutlich steigen, wenn der MVRV wieder in Richtung 1,0 tendiert – ein Szenario, das auf einen Rückgang des Preises in Richtung der aggregierten Kostenbasis hindeuten würde.
Fazit
Der Rücksetzer bei Bitcoin wirkt eher wie eine Dynamikpause als eine Trendumkehr. Da On-Chain-Kennzahlen wie die realisierte Marktkapitalisierung weiterhin steigen und der MVRV-Wert deutlich unter den historischen Höchstständen liegt, zeigt der Markt keine Anzeichen einer breiten Distribution. Kurzfristig sollten Händler weiterhin mit Volatilität und möglichen Tests wichtiger Unterstützungszonen rechnen. Die Richtung hängt davon ab, ob die Käufer diese Niveaus verteidigen. Ein erfolgreicher Halt würde die übergeordnete bullische Struktur intakt halten, während ein Scheitern lediglich das Aufwärtspotenzial verzögern, aber nicht beenden würde.


