Der letzte Meile-Anbieter FAST Group nach dem Zusammenschluss im freien Fall: PE-Investor friert Fonds wegen finanzieller Warnsignale ein
In der schnelllebigen Welt der E-Commerce-Logistik werden Fusionen oft als wegweisende Veränderungen gefeiert, die Synergien, ausgeweitete Netzwerke und Skaleneffekte versprechen. Doch für die FAST Group – das Unternehmen, das aus der Fusion des australischen Paketzustelldienstes Sendle, der in den USA ansässigen FirstMile und ACI Logistix im August 2025 hervorging – war die Euphorie nur von kurzer Dauer. Nur wenige Monate nach Abschluss des Deals fror Federation Asset Management (Federation AM) aus Sydney, ein wichtiger Investor des Vorhabens, die Rücknahmen seines 100 Millionen US-Dollar schweren Federation Alternatives Investment Fund II ein. Als Grund wurde eine Krise bei der FAST Group genannt, die Mängel bei der Due Diligence, finanzielle Unstimmigkeiten und die drohende Insolvenz ans Licht brachte.
Die Folgen unterstreichen die allgemeinen Risiken im Fracht- und Logistiksektor, wo die durch die Nachfrage im E-Commerce getriebene schnelle Konsolidierung oft zugrunde liegende operative und finanzielle Schwächen überdecken kann. Während sich das Frachtvolumen angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und Störungen in den Lieferketten verändert, dient dieser Fall sowohl Investoren als auch Betreibern als warnendes Beispiel.
Die Fusion: Eine mutige Wette auf E-Commerce-Versand
Die FAST Group wurde am 7. August 2025 durch die strategische Zusammenführung von drei Logistikunternehmen gegründet, die jeweils komplementäre Stärken einbrachten. Mit Sitz in Kalifornien verfolgte die neue Holding das Ziel, ein „dynamisches Ökosystem“ für E-Commerce-Versand zu schaffen, das alles von kleinen Unternehmen bis hin zu Großkunden in den USA, Australien, Kanada, Indien und den Philippinen bedient. Das Unternehmen war führend im Bereich der Zustellung auf der letzten Meile und arbeitete mit Unternehmen wie DoorDash zusammen, um Lieferungen abzuschließen.
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Sendle: Gegründet in Australien, spezialisierte sich Sendle auf erschwingliche, CO2-neutrale Paketzustellung für kleine E-Commerce-Händler. Unterstützt von Investoren wie Federation AM, Touch Ventures, Rampersand und King River Capital, hatte das Unternehmen seit 2019 mehr als 100 Millionen US-Dollar in Finanzierungsrunden eingesammelt, mit geschätzten jährlichen Umsätzen von etwa 32,5 Millionen US-Dollar vor der Fusion.
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FirstMile: Ein in Salt Lake City ansässiges Unternehmen, das sich auf die Optimierung von Versandlösungen für den mittleren Markt konzentrierte, mit einer nationalen Infrastruktur für Paketabholung und Umsätzen von etwa 75 Millionen US-Dollar.
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ACI Logistix: Das traditionsreiche Unternehmen aus Long Beach, Kalifornien, ist seit über 60 Jahren im Bereich nationale Paketlogistik, Automatisierung und Direktzustellung an Verbraucher tätig und verzeichnete – je nach Quelle – Umsätze zwischen 23,6 Millionen und 100 Millionen US-Dollar.
Die Fusion wurde als Win-win-Situation positioniert: Sendles Technologieplattform und internationale Reichweite sollten mit FirstMiles Abholnetzwerken und ACIs Sortieranlagen integriert werden, um den Kunden erweiterte Dienstleistungen zu bieten, ohne die bestehenden Marken zu beeinträchtigen. Keith Somers, ehemaliger CEO von ACI Logistix, übernahm die Leitung als CEO der FAST Group, und der Vorstand setzte sich aus Mitgliedern aller drei Unternehmen zusammen. Federation AM, bislang Großaktionär von Sendle, wandelte sein Investment in eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Gruppe um und unterstützte das Vorhaben finanziell.
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