- Britische Ausschussvorsitzende warnen, dass Krypto-Spenden die Aufsicht und die Überprüfung von Spendern schwächen.
- Minister prüfen Risiken, schließen jedoch Krypto-Verbote aus dem kommenden Wahlgesetz aus.
- Reform UKs Pläne zur Finanzierung durch Kryptowährungen verstärken die Prüfung der politischen Finanzierungsregeln.
Führende britische Abgeordnete haben die Regierung aufgefordert, ein vollständiges Verbot von Krypto-Spenden an politische Parteien zu verhängen. Sie äußern Bedenken hinsichtlich Transparenz, Durchsetzung und Wahlsicherheit. Sieben Vorsitzende parlamentarischer Ausschüsse haben laut lokalen Berichten am Sonntag einen Brief an die Minister geschrieben, in dem sie ein ausdrückliches Verbot von Krypto-Spenden in der Politik fordern.
Der Vorstoß verschärft eine Debatte, die sich über mehrere Monate entwickelt hat, während digitale Vermögenswerte in der britischen Politik an Sichtbarkeit gewinnen. In dem Brief wird gewarnt, dass die aktuellen Regeln zur politischen Finanzierung Schwierigkeiten haben, die Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungs-Finanzierungen zu bewältigen. Der Appell erhöht den Druck auf die Labour-Regierung, die sich auf die Veröffentlichung eines Wahlgesetzes vorbereitet, das voraussichtlich keine Beschränkungen für kryptobezogene Spenden enthalten wird.
Abgeordnete warnen vor Risiken für Transparenz und Sicherheit
Der Brief wurde von Liam Byrne, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Handel, angeführt und von sechs weiteren Ausschussvorsitzenden unterzeichnet. Die Gruppe umfasst Abgeordnete, die die Ausschüsse für Finanzen, Inneres und Auswärtige Angelegenheiten leiten.
Byrne sagte außerdem, dass die Wahlkommission davor gewarnt habe, dass die bestehende Technologie diese Risiken nur schwer beherrschbar macht. Die Ausschussvorsitzenden argumentieren, dass Krypto-Spenden die britische Politik ausländischer Einflussnahme aussetzen könnten, da die Finanzierungswege für Regulierungsbehörden nur schwer nachverfolgbar sind.
Regierung prüft Verbot, verzögert aber die Aufnahme ins Gesetz
Die Labour-Regierung erwägt seit mindestens Juli 2025 Beschränkungen für Krypto-Spenden. Der Minister des Kabinettsamts, Pat McFadden, brachte das Thema im vergangenen Sommer öffentlich zur Sprache. Regierungsquellen sagten, die Minister seien der Ansicht, dass Krypto-Spenden ein Risiko für die Integrität der Wahlen darstellen. Sie erklärten, dass die Überprüfung der Herkunft von Krypto-Geldern mit den aktuellen Systemen weiterhin schwierig sei.
Trotz dieser Bedenken erklärten Beamte, dass die Komplexität der Umsetzung von Einschränkungen bedeute, dass ein Verbot nicht im demnächst erwarteten Wahlgesetz erscheinen werde. Die Minister prüfen weiterhin, ob bestehende Gesetze zur politischen Finanzierung die neuen Risiken abdecken können.
Reform UK löst Prüfung der politischen Finanzierung aus
Die Debatte verschärfte sich, nachdem Reform UK Pläne bekannt gegeben hatte, Bitcoin und andere Kryptowährungs-Spenden zu akzeptieren. Parteivorsitzender Nigel Farage gab dies im Mai 2025 bekannt und präsentierte es als Teil einer breiter angelegten Krypto-Plattform. Reform UK erhielt daraufhin die erste offiziell registrierte Krypto-Spende im Vereinigten Königreich. Die Partei hat keine offizielle Bewertung dieses Beitrags veröffentlicht.
Die Prüfung nahm im Dezember zu, als Unterlagen der Wahlkommission zeigten, dass Reform UK eine Spende in Höhe von 9 Millionen Pfund von Christopher Harborne erhalten hatte. Obwohl die Spende in Fiat-Währung erfolgte, ist Harbornes Vermögen eng mit Investitionen in Kryptowährungen verbunden. Abgeordnete von Labour und den Liberaldemokraten forderten nach der Offenlegung regulatorische Überprüfungen.
Krypto-Regulierung schreitet parallel zur Spenden-Debatte voran
Die Einschränkung von politischen Spenden ist ein heiß diskutiertes Thema in der britischen Politik und fällt mit den Bemühungen des Landes zusammen, den Kryptomarkt umfassend zu regulieren. Im vergangenen Monat stimmte das Parlament für ein Gesetz, das digitale Währungen als Eigentum behandelt.
Zudem hat die Regierung signalisiert, dass sie Krypto bis 2027 unter die gleiche Regulierungsaufsicht wie traditionelle Finanzinstrumente stellen will. Die Financial Conduct Authority ist an der umfassenden Regulierung von Stablecoins, Handelsplattformen, Kreditvergabe und Staking beteiligt.
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Laut den aktuellen Richtlinien der Wahlkommission müssen alle Geldspenden über 500 Pfund von Spendern stammen, deren Verbindung zum Vereinigten Königreich überprüft wurde. Abgeordnete behaupten, dass der Einsatz von Kryptowährungen bei Spenden die Überprüfung sehr schwierig gemacht habe, insbesondere durch den Einsatz von Privatsphäre-Tools, die den Ursprung der Transaktionen verschleiern.
Die Minister haben noch nicht entschieden, welche Maßnahmen sie als nächstes ergreifen werden. Der Streit über die Rechtmäßigkeit von Krypto-Spenden ist weiterhin sehr lebendig, und die Finanzvorschriften werden aufgrund der stetig wachsenden Akzeptanz digitaler Vermögenswerte neu bewertet.

