- Cathie Wood sagt, dass Bitcoins festgelegtes Angebot das langfristige Investment-Argument intakt hält.
- Das Goldangebot steigt mit dem Preis, während die Bitcoin-Emission mathematisch begrenzt bleibt.
- Niedrige Korrelationen mit Aktien und Anleihen positionieren Bitcoin als Portfoliodiversifikator.
Laut Ark Invest CEO Cathie Wood bleibt das langfristige Investment-Argument für Bitcoin trotz der starken Goldrallye 2025 bestehen. Im „2026 Outlook“ von Ark Invest erläuterte Wood, warum das mathematisch begrenzte Angebot von Bitcoin dessen Attraktivität angesichts steigender institutioneller Nachfrage unterstützt. Die Analyse beschreibt Angebotsmechanismen, Marktdaten und Diversifikationskennzahlen, die Anlageentscheidungen beeinflussen.
Mathematische Angebotsbegrenzung unterscheidet Bitcoin von Gold
Woods Prognose konzentriert sich auf Knappheitsmechanismen, die sie als zentralen Unterschied zwischen Bitcoin und Gold darstellt. Während Gold im Jahr 2025 um etwa 65% gestiegen ist, fiel Bitcoin im gleichen Zeitraum um rund 6%. Wood verknüpfte die 166%ige Goldrallye seit Oktober 2022 jedoch eher mit globalem Wohlstandswachstum als mit Inflationsdruck.
Insbesondere erklärte sie, dass das Goldangebot jährlich um etwa 1,8% wächst, da Minenbetreiber auf höhere Preise reagieren. Dadurch kann zusätzliche Nachfrage letztlich zu höherer Produktion führen. Wood stellte fest, dass dieser Reaktionsmechanismus die Knappheit von Gold während starker Preisanstiege schwächt.
Bitcoin hingegen folgt einem festen Emissionsplan, der im Protokoll verankert ist. Wood wies darauf hin, dass das Angebotswachstum von Bitcoin in den nächsten zwei Jahren durchschnittlich etwa 0,82% pro Jahr betragen wird. Danach wird die Emissionsrate nach der nächsten Halbierung auf rund 0,41% pro Jahr sinken.
Da Miner die Produktion nicht beschleunigen können, bleibt das Angebot von Bitcoin unabhängig von Preissignalen unelastisch. Laut Wood verstärkt diese Struktur die Preissensitivität bei Nachfragespitzen. Sie verwies insbesondere auf den stetigen Kapitalzufluss in Spot-Bitcoin-ETFs als wichtige Nachfragquelle.
Vom Angebot zur Performance wechselnd, betrachtete Wood das bisherige Kursverhalten. Sie stellte fest, dass Bitcoin seit Ende 2022 um etwa 360% gestiegen ist, obwohl das neue Angebot langsamer wächst als bei Gold. Währenddessen stieg das Goldangebot weiter an, während der Preis ebenfalls zunahm.
Institutionelle Nachfrage und Marktumfeld
Zur Untermauerung des Angebotsarguments erklärte Wood die jüngsten Marktentwicklungen in einfachen Worten. Sie sagte, dass das feste Angebot von Bitcoin mit zunehmender institutioneller Nachfrage immer wichtiger wird. Wenn die Nachfrage weiter steigt, das Angebot aber nicht wachsen kann, passen sich die Preise in der Regel nach oben an, statt dass neues Angebot entsteht.
Matthew Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, unterstützte diese Sichtweise. Er bemerkte, dass die Preise schnell steigen könnten, falls die institutionellen Käufe das neu geschaffene Bitcoin-Angebot übersteigen. Wood betonte in ihrem Bericht ebenfalls langfristige strukturelle Kräfte statt spezifischer Kursziele.
Wood kommentierte zudem die jüngste Stärke von Gold, ohne dessen Bedeutung zu schmälern. Sie stellte fest, dass der Marktwert von Gold im Verhältnis zur globalen Geldmenge Niveaus erreicht hat, die zuletzt in den 1930er und 1980er Jahren zu sehen waren. In der Vergangenheit markierten diese Momente Extreme in der Goldbewertung.
Der Bericht erklärte, dass auf längere Sicht hohe Verhältnisse oft von starker Aktienmarkt-Performance gefolgt wurden. Wood stellte dies als historischen Hintergrund dar, nicht als Prognose. Sie betonte, dass Bewertungskennzahlen erklären helfen, warum sich Assets unterschiedlich entwickeln, aber keine spezifischen Ergebnisse versprechen.
Im Anschluss ging der Bericht darauf ein, wie Portfolios aufgebaut werden. Wood hob hervor, dass Investoren heute stärker darauf achten, wie sich Assets zueinander verhalten, nicht nur auf deren Einzelrenditen. Dieser Ansatz, so argumentierte sie, unterstreicht das eigenständige Verhalten von Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Instrumenten.
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Korrelationsdaten und Allokationsentscheidungen
Ark Invest analysierte wöchentliche Renditen von Januar 2020 bis Anfang Januar 2026, um Diversifikationseffekte zu bewerten. Bemerkenswert ist, dass Bitcoin eine Korrelation von nur 0,14 zu Gold aufwies. Zum Vergleich: der S&P 500 und Anleihen zeigten eine höhere Korrelation von 0,27.
Bitcoins Korrelation mit Anleihen lag laut Ark-Daten sogar noch niedriger bei 0,06. Die Korrelation mit dem S&P 500 erreichte 0,28 und blieb damit im Vergleich zu traditionellen Asset-Paaren moderat. Beispielsweise lag die Korrelation zwischen S&P 500 und REITs im selben Zeitraum bei 0,79.
Wood erklärte, dass niedrige Korrelationen die Portfolioeffizienz verbessern, indem sie die Rendite pro Risikoeinheit erhöhen. Sie beschrieb Bitcoin als Diversifikationsinstrument und nicht als Ersatzanlage. Diese Positionierung spiegelt Treuepflichten institutioneller Anleger wider.
Zudem bekräftigte Wood, dass die Bitcoin-Emission nach kommenden Halbierungsphasen weiter sinken wird. Sie hob hervor, dass das Angebotswachstum unter 1% pro Jahr fallen könnte, was die Vorhersehbarkeit verstärkt. Gold hingegen behält durch Investitionen in den Bergbau variable Angebotsreaktionen.
Über digitale Vermögenswerte hinaus skizzierte Wood kurz makroökonomische Themen, die ihren Ausblick prägen. Sie beschrieb die US-Wirtschaft als auf Erholungskurs, unterstützt durch nachlassende Inflation und politische Faktoren. Zudem verwies sie auf Produktivitätsgewinne durch KI, Robotik, Blockchain und Energiespeicher-Technologien.
Die Daten von Ark Invest verbanden Knappheit, Nachfrage und Korrelation in einem einzigen Analysemodell. Woods Bericht konzentrierte sich auf messbare Angebotsregeln, historische Renditen und Diversifikationsstatistiken. Diese Elemente rahmten gemeinsam das Investmentprofil von Bitcoin neben Gold ein, ohne über beobachtbare Daten hinauszugehen.


