„America for Sale“ kehrt an die Wall Street zurück, während Trump seine Herausforderung an Jerome Powell und die Federal Reserve verstärkt
Marktturbulenzen folgen auf Untersuchung der Federal Reserve
Am 6. Januar 2026 reagierten Händler auf dem Parkett der New Yorker Börse rasch auf die Nachricht von einer strafrechtlichen Untersuchung gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, durch die Trump-Regierung. Die Ankündigung löste eine Verkaufswelle bei US-Aktien, Anleihen und dem Dollar aus, als Investoren die sogenannte „Sell America“-Strategie wiederbelebten.
Die Aktien-Futures eröffneten die Woche mit negativen Vorzeichen. Dow-Futures fielen um 350 Punkte bzw. 0,7 %, während S&P 500-Futures um 0,6 % nachgaben. Kontrakte, die mit dem Nasdaq verbunden sind, verloren 0,9 %.
Auch der US-Dollar verlor gegenüber anderen führenden Währungen an Boden. Der Dollar-Index, der die Entwicklung des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, sank um 0,4 % – eine bedeutende Bewegung für den Devisenmarkt.
Auch die Kurse von US-Staatsanleihen fielen, wodurch die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe auf knapp unter 4,2 % stieg – der höchste Stand seit etwa einem Monat. Der Anstieg der Renditen deutet darauf hin, dass die Maßnahmen der Regierung gegen die Fed unbeabsichtigte Folgen haben könnten und möglicherweise die Zinssenkungen verhindern, die Präsident Trump anstrebt.
Die Wahrung der Unabhängigkeit der Federal Reserve gilt weithin als entscheidend für die Stärke und Stabilität der US-Finanzmärkte. Experten aus Finanzwesen und Wissenschaft sind sich einig, dass eine autonome Zentralbank für eine solide Geldpolitik unerlässlich ist, frei von politischer Einflussnahme.
Im vergangenen Jahr ergriff die Trump-Regierung beispiellose Maßnahmen, um die Autonomie der Fed herauszufordern, und kritisierte Powell öffentlich dafür, die Zinssätze nicht so schnell zu senken, wie es der Präsident wünschte.

Die Senkung der Zinssätze kann das Ausleihen für Verbraucher günstiger machen, einschließlich niedrigerer Kreditkartenzinsen. Wenn die Zentralbank die Zinsen jedoch zu aggressiv senkt, ohne die Inflation zu berücksichtigen, kann dies Investoren verunsichern, die dann höhere Renditen verlangen, um das erhöhte Risiko bei US-Anlagen auszugleichen.
„Dies ist eindeutig ein risikoscheues Umfeld“, kommentierte Krishna Guha, stellvertretender Vorsitzender bei Evercore ISI, in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung.
Die aktuelle Marktreaktion erinnert an den „Sell America“-Trend im Frühjahr 2025, als Bedenken hinsichtlich Trumps Handelspolitik Investoren dazu veranlassten, sich aus US-Anlagen zurückzuziehen. Damals kam es zu starken Rückgängen bei Aktien, Anleihen und dem Dollar, wodurch die Aktien fast in einen Bärenmarkt fielen, bevor es zum Jahresende zu einer Erholung kam, als die Regierung einige Zollandrohungen zurücknahm.
Guha fügte hinzu: „Wir erwarten Rückgänge beim Dollar, bei Anleihen und Aktien in der Sitzung am Montag, ähnlich wie beim Ausverkauf während des Tarifschocks im vergangenen April und früheren Herausforderungen für Powells Führung bei der Fed. Globale Investoren verlangen nun eine höhere Risikoprämie für US-Anlagen. Unterdessen dürften Gold und andere sichere Häfen profitieren.“
Gold, das in Zeiten der Unsicherheit oft gesucht wird, stieg am Montagmorgen um 2 % auf neue Höchststände über 4.600 $ pro Feinunze. Auch Silber legte kräftig zu, stieg um 6 % und übertraf damit den Anstieg von Gold.
Flucht in harte Vermögenswerte in Zeiten der Unsicherheit
Die Rallye bei Gold und Silber spiegelt das wider, was an der Wall Street als „Entwertungs-Trade“ bezeichnet wird. Investoren wenden sich zunehmend greifbaren Vermögenswerten wie Edelmetallen zu, die nicht an den Ruf einer Regierung gebunden sind, da Bedenken hinsichtlich des Wertes von Währungen und Anleihen zunehmen – insbesondere, wenn die Unabhängigkeit der Zentralbank bedroht und die Staatsverschuldung steigend ist.
Im gesamten Jahr 2025 erlebten die Märkte wiederholt Phasen der Unsicherheit, da Präsident Trump Powell offen kritisierte, ihn als „zu spät“ bezeichnete und seine Führung der Zentralbank infrage stellte.
Guha merkte an: „Wir waren der Meinung, dass die Märkte zwar bei Bedrohungen der Unabhängigkeit der Fed vorsichtig sind, sich aber an die aggressive Rhetorik gewöhnt hatten und nur reagieren würden, wenn es klare, koordinierte Maßnahmen gäbe. Die Vorladungen und Powells Reaktion könnten als solcher Auslöser dienen.“
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