Krypto erfordert „verbesserte dezentralisierte Stablecoins“, erklärt Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin
Vitalik Buterin fordert stärkere und unabhängigere Stablecoins
Vitalik Buterin, einer der Mitbegründer von Ethereum, hat Bedenken hinsichtlich des aktuellen Zustands dezentraler Stablecoins geäußert. Er ist der Ansicht, dass diese digitalen Vermögenswerte nicht robust genug sind, um die langfristigen Ziele des Kryptowährungssektors zu unterstützen. Buterin betonte die Notwendigkeit innovativer Stablecoin-Modelle, die die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern und weniger anfällig für den Einfluss mächtiger Einzelpersonen oder Institutionen sind.
Hauptprobleme mit bestehenden Stablecoins
In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag in sozialen Medien identifizierte Buterin drei große Schwachstellen im Design heutiger Stablecoins:
- Abhängigkeit von einer einzigen Fiat-Währung als Preisanker
- Oracle-Mechanismen, die von großen Finanzakteuren manipuliert werden können
- Staking-Anreize, die die wirtschaftliche Stabilität von Stablecoins verzerren
Rasantes Wachstum und institutionelle Akzeptanz
Stablecoins – digitale Währungen, die darauf ausgelegt sind, einen konstanten Wert zu halten und oft an den US-Dollar gekoppelt sind – haben sich schnell zu einer dominanten Kraft auf dem Kryptomarkt entwickelt. Im Jahr 2025 stieg der gesamte Marktwert von Stablecoins um 49 % und erreichte bis Jahresende 306 Milliarden US-Dollar. Dieser Anstieg wurde durch klarere regulatorische Rahmenbedingungen und das gestiegene Interesse großer Finanzinstitute begünstigt.
Traditionelle Banken und Fintech-Unternehmen erwägen nun die Einführung eigener Token, während etablierte Krypto-Firmen Stablecoins nutzen, um die konventionelle Finanzwelt mit der Blockchain-Technologie zu verbinden. So führte World Liberty Financial, eine von Donald Trump unterstützte Krypto-Initiative, im vergangenen Jahr ihren eigenen an den Dollar gekoppelten Token USD1 ein.
Debatte über die Zukunft der Stablecoins
Die breite Akzeptanz von Stablecoins hat innerhalb der Krypto-Community neue Debatten entfacht. Einige vertreten die Ansicht, dass Stablecoins eine dezentrale Alternative zum traditionellen Finanzsystem bleiben sollten, während andere sie als regulierte Finanzinstrumente sehen. Kritiker warnen, dass von Unternehmen verwaltete und durch staatliche Währungen gedeckte Stablecoins die ursprünglichen Prinzipien der Kryptowährungen – wie Privatsphäre, Zensurresistenz und Unabhängigkeit vom Staat – gefährden könnten.
Expertenmeinungen zu Schwächen von Stablecoins
Georgii Verbitskii, Gründer der Krypto-Investmentplattform TYMIO, bekräftigte Buterins Bedenken und wies darauf hin, dass das aktuelle Stablecoin-Modell grundlegende Mängel aufweist. Er erklärte: „Wenn Stablecoins dauerhafte Stabilität bieten sollen, insbesondere im globalen Maßstab, ist die Abhängigkeit von einer einzigen Fiat-Währung wie dem US-Dollar von Natur aus riskant.“
Verbitskii erläuterte weiter, dass führende Token wie Tethers USDT und Circles USDC bereits stark institutionalisiert sind, mit zentralisierter Überwachung und einer Exponierung gegenüber Fiat-Inflation. Er schlug vor, dass ein wirklich globaler Stablecoin nicht an eine einzelne Nation gebunden sein sollte, sondern durch einen vielseitigen Mix aus Vermögenswerten oder Rohstoffen gedeckt und durch schwer manipulierbare Mechanismen geschützt werden sollte.
Langfristige Risiken und Bedarf an Innovation
Buterin warnte, dass selbst an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins langfristigen Risiken ausgesetzt sind. Er argumentierte, dass die Bindung an den Dollar zwar kurzfristig funktionieren könne, wahre Widerstandsfähigkeit jedoch Unabhängigkeit von einer einzelnen Währung erfordere. Er stellte die Frage, was passieren würde, wenn der Dollar in den nächsten zwei Jahrzehnten eine erhebliche Inflation erfährt.
Er wies außerdem darauf hin, dass die meisten dezentralen Stablecoins von Oracles abhängen, die kompromittiert werden können, wenn genügend Kapital gegen sie eingesetzt wird. Ohne verbesserte Designs müssen diese Systeme erhebliche Werte von den Nutzern abziehen, um sich zu schützen, was sie weniger attraktiv und weniger gerecht macht.
Buterin kritisierte finanzialisierte Governance-Modelle und erklärte, dass sie keine effektiven Schutzmechanismen bieten und auf hohe Extraktionsniveaus angewiesen sind, um Stabilität zu gewährleisten.
Forderungen nach Verbesserungen der Infrastruktur
Boris Bohrer-Bilowitzki, CEO von Concordium, einem Layer-1-Blockchain-Unternehmen, sagte gegenüber Decrypt, dass die Dezentralisierung von Oracles eine technische Herausforderung darstellt, die echte Infrastruktur-Lösungen und keine oberflächlichen Governance-Änderungen erfordert. Er stellte fest: „Viele aktuelle Projekte konzentrieren sich zu sehr auf Partnerschaften mit der traditionellen Finanzwelt und die Akzeptanz durch Unternehmen, wodurch manchmal grundlegende Prinzipien wie regulatorische Compliance, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit vernachlässigt werden.“
Staking-Erträge und Wettbewerbsfähigkeit von Stablecoins
Ein weiteres von Buterin hervorgehobenes Problem ist die Auswirkung von Staking-Erträgen. Wenn Stablecoin-Inhaber nur bescheidene Renditen erzielen, während Staking deutlich höhere Erträge bietet, werden Stablecoins im Vergleich weniger attraktiv. Um dem entgegenzuwirken, schlug Buterin mehrere Strategien vor, wie etwa die deutliche Senkung der Staking-Erträge, die Entwicklung sichererer Staking-Optionen oder die Integration von slashing-fähigem Staking mit Stablecoin-Besicherung.
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