Der 'Big Short'-Investor Michael Burry nennt seine Gründe für Wetten gegen Nvidia, während er sich entscheidet, nicht auf fallende Kurse von Meta oder Microsoft zu setzen
Michael Burrys Perspektive auf die KI-Investitionslandschaft
-
Michael Burry hat eine Short-Position gegen Nvidia eingenommen, da er das Unternehmen als besonders anfällig für das hält, was er für eine Blase im Markt für künstliche Intelligenz hält.
-
Der für "The Big Short" bekannte Investor hält Meta, Alphabet und Microsoft für weniger exponiert, falls der KI-Sektor einen Abschwung erlebt.
-
Burry verglich den aktuellen KI-Boom mit der Einführung der Elektrizität und warnte die USA davor, sich zu stark auf energieintensive Chips zu verlassen.
Laut Michael Burry setzt er gegen Nvidia und nicht gegen Meta, Alphabet oder Microsoft, weil er den Chiphersteller im Falle eines Zusammenbruchs des KI-Booms als besonders anfällig sieht.
In einem aktuellen Substack-Beitrag beschrieb Burry Nvidia als das "klarste Beispiel" für eine KI-getriebene Aktie und hob die starke Abhängigkeit von Investitionen der Hyperscaler hervor, die seiner Meinung nach nicht nachhaltig sind.
Burry, der durch seine Vorhersage der Immobilienkrise bekannt wurde, wies zudem darauf hin, dass Nvidia dieses Jahr Chips im Wert von 400 Milliarden US-Dollar verkaufen könnte, während der Markt für Lösungen auf Anwendungsebene unter 100 Milliarden US-Dollar liegt.
Er bemerkte, dass Nvidia ein hohes Vertrauen der Anleger genieße, was die Aktie relativ günstig für Short-Positionen mache. Burry erwähnte zudem CoreWeave, einen auf KI spezialisierten Cloud-Anbieter und Nvidia-Partner, den er als Nvidias "Haustier" bezeichnete.
Seit Anfang 2023 ist der Aktienkurs von Nvidia auf das Zwölffache gestiegen und hat das Unternehmen mit einer Bewertung von 4,5 Billionen US-Dollar an die Spitze des globalen Marktes katapultiert.
Business Insider hat Nvidia um eine Stellungnahme gebeten, jedoch keine Antwort erhalten.
Warum Burry andere Tech-Giganten nicht shortet
Burry erklärte, dass eine Wette gegen Meta bedeuten würde, sich gegen die Dominanz im Bereich Social Media und Werbung zu stellen, während das Shorten von Alphabet einer Wette gegen Google Search, Android und Waymo gleichkäme.
Er wies außerdem darauf hin, dass das Shorten von Microsoft einer Wette gegen einen globalen Marktführer für Büro-Produktivitätssoftware entspräche, wobei er auf die SaaS-Tools wie Word und Excel verwies.
Nach Burry sind diese großen Tech-Unternehmen keine reinen KI-Player und verfügen über solide Geschäftsgrundlagen außerhalb des KI-Sektors.
Er ist der Ansicht, dass diese Unternehmen ihre KI-Investitionen zwar irgendwann zurückfahren und möglicherweise Vermögenswerte abschreiben werden, sie jedoch auch außerhalb von KI einflussreiche Akteure auf dem Weltmarkt bleiben.
Burrys weitere Short-Positionen und Warnungen
Burry erklärte, dass er auch OpenAI shorten würde, falls das Unternehmen börsennotiert wäre, und verwies auf die Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar, die Unternehmen wie Johnson & Johnson, Bank of America und Costco übertrifft.
Er hält zudem Put-Optionen gegen Oracle und hat das Unternehmen in den letzten Monaten direkt geshortet.
Burry kritisierte die jüngsten strategischen Entscheidungen von Oracle und deutete an, dass einige davon unnötig und möglicherweise von den Egos der Führungskräfte getrieben seien. Er äußerte Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung unter Mitgründer Larry Ellison und bezog sich auf fragwürdige Investitionen.
Historische Parallelen und Risiken technologischer Überalterung
Burry, dessen Vorhersage der Immobilienblase der 2000er-Jahre in "The Big Short" dargestellt wurde, zog Vergleiche zwischen dem aktuellen KI-Hype und der Elektrifizierungsära. Er stellte fest, dass der Aufbau von Energieinfrastruktur im späten 20. Jahrhundert massive Investitionen, schnellen technologischen Wandel und finanzielle Schwierigkeiten für viele Unternehmen erforderte.
Er argumentierte, dass der KI-Boom Ähnlichkeiten mit der Elektrifizierungsperiode und der Dotcom-Blase aufweise und warnte davor, dass schnelle Innovationen zu Überkapazitäten und finanzieller Instabilität führen könnten.
Burry warnte zudem davor, dass Nvidia dem Risiko einer schnellen technologischen Überalterung ausgesetzt ist, da das Unternehmen nun Chips in immer kürzeren Abständen auf den Markt bringt. In einem früheren Beitrag warf er Nvidias Großkunden vor, die Lebensdauer der Chips zu übertreiben, um die Abschreibung hinauszuzögern und kurzfristige Gewinne zu steigern, was später zu Wertberichtigungen führen könnte.
Er warnte, dass er KI-Aktien shortet, um im Falle einer Marktwende vorteilhaft positioniert zu sein und "auf der richtigen Seite zu stehen, wenn die Musik aufhört".
KI, Elektrizität und die Herausforderung der Energieversorgung
In seiner Analyse verglich Burry die transformative Wirkung der Elektrizität mit der von KI und schlug vor, dass KI die Gesellschaft noch stärker verändern könnte – allerdings mit potenziell größeren Gefahren.
Er wiederholte seine Warnung, dass die USA das Rennen um KI verlieren könnten, wenn sie sich ausschließlich auf immer energiehungrigere Chips verlassen, während China seine Energieinfrastruktur viel schneller ausbaut.
Burry sieht aufgrund der aktuellen Begrenzungen in der Stromerzeugung ein erhebliches Lagerproblem im KI-Sektor und verweist auf jüngste Entwicklungen in diesem Bereich.
Weitere Details finden Sie im Originalartikel bei Business Insider.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Bernstein von der Wall Street bekräftigt das Outperform-Rating für BYD und empfiehlt Investoren zu kaufen
Morgan Stanley steigt in Krypto ein, aber Digitap ($TAP) ist die beste Kryptowährung für den Einzelhandel im Jahr 2026

Armstrong bestreitet Spannungen mit dem Weißen Haus wegen des CLARITY-Gesetzes

