TSMCs optimistische Prognose schürt Erwartungen auf anhaltendes Wachstum im Bereich KI
TSMC plant große Investitionen angesichts anhaltendem KI-Boom
Quelle: Bloomberg, Unternehmensunterlagen
Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) hat Pläne bekannt gegeben, im Jahr 2026 bis zu 56 Milliarden US-Dollar für Investitionsausgaben bereitzustellen – ein Wert, der die Erwartungen übertrifft und das starke Vertrauen des Unternehmens in das anhaltende Wachstum des globalen Sektors für künstliche Intelligenz unterstreicht.
Als das wertvollste börsennotierte Unternehmen Asiens rechnet TSMC damit, in diesem Jahr zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar auszugeben, was einer Steigerung von mindestens 25 % gegenüber 2025 entspricht. Das Unternehmen prognostiziert zudem ein fast 30-prozentiges Umsatzwachstum für 2026 und übertrifft damit die üblichen Analystenschätzungen. Nach dieser Ankündigung stiegen die Aktien von ASML Holding NV, einem wichtigen Zulieferer, um 5 % im Tradegate-Handel in Europa.
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Die optimistische Prognose von TSMC, die als Stimmungsbarometer für die KI-Branche gilt, wird durch aggressive Infrastrukturausweitungen von Unternehmen wie Meta Platforms und Amazon befeuert, die die Nachfrage nach Nvidias KI-Beschleunigern ankurbeln. Dieser robuste Ausblick könnte helfen, Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der aktuellen Investitionen in Rechenzentren zu zerstreuen. TSMC erweitert seine Produktionskapazitäten weltweit rasant, insbesondere in den Vereinigten Staaten, um den erwarteten zukünftigen Bedarf zu decken.
Während einer Telefonkonferenz ging CEO C.C. Wei auf Fragen zur tatsächlichen KI-Nachfrage ein und erklärte: „Sie fragen, ob die KI-Nachfrage echt ist. Ich teile Ihre Bedenken. Wir verpflichten uns zu Investitionsausgaben von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar. Wenn wir nicht vorsichtig sind, könnte das für TSMC problematisch werden.“
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Finanzielle Höhepunkte und Branchenauswirkungen
Für das Quartal bis Dezember meldete TSMC einen Nettogewinn von 505,7 Milliarden NT$ (etwa 16 Milliarden US-Dollar) und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Quartalsumsatz des Unternehmens erreichte 33,1 Milliarden US-Dollar und überschritt damit erstmals im Jahr 2025 einen Jahresumsatz von 100 Milliarden US-Dollar.
Nvidia-CEO Jensen Huang betonte kürzlich erneut, dass die Nachfrage nach KI-Beschleunigern weiterhin außergewöhnlich stark sei. Lisa Su, CEO von Advanced Micro Devices (AMD), rechnet ebenfalls mit einem anhaltenden Wachstum sowohl beim Bedarf an KI-Rechenleistung als auch bei der Zahl der Nutzer.
„Die Prognose von TSMC für 2026 macht deutlich, dass KI kurzfristig der wichtigste Treiber für Gewinnwachstum bei asiatischen Aktien ist“, kommentierte Gary Tan, Portfoliomanager bei Allspring Global Investments.
Der globale Wettlauf um den Bau und die Ausstattung von Rechenzentren mit KI-Chips hat inzwischen Investitionspläne von über einer Billion US-Dollar ausgelöst und TSMC in den vergangenen zwei Jahren ein jährliches Umsatzwachstum von über 30 % beschert. Allerdings könnte diese rasante Expansion für bestimmte Bereiche des TSMC-Geschäfts Herausforderungen mit sich bringen.
Engpässe bei Speicherchips und Marktauswirkungen
Im Jahr 2025 entstand ein gravierender Engpass bei Speicherchips, da Hersteller Hochleistungs-Speicher vorrangig für Nvidia- und AMD-Produkte bereitstellten, was Elektronikhersteller dazu zwang, die Preise zu erhöhen. In der Folge haben Marktforschungsfirmen wie IDC ihre Prognosen für die Auslieferungen im laufenden Jahr nach unten korrigiert.
TSMC mit Hauptsitz in Hsinchu ist weiterhin stark von Apples iPhone und von Smartphones mit Qualcomms fortschrittlichen Prozessoren abhängig. Der anhaltende Speicherchipmangel wird voraussichtlich den Absatz von Mobilgeräten im Jahr 2026 negativ beeinflussen; Macquarie Capital prognostiziert einen jährlichen Rückgang der Smartphone-Auslieferungen um 11,6 %.
Trotz dieser Herausforderungen erklärte CEO Wei am Donnerstag, dass TSMC im laufenden oder kommenden Jahr wahrscheinlich nicht von dem Mangel an Speicherchips betroffen sein wird, da die Nachfrage nach Premium-Smartphones weiterhin robust bleibt.
Globale Expansion und Handelsentwicklungen
TSMC wird voraussichtlich eine wichtige Rolle bei einem bevorstehenden Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Taiwan spielen und verpflichtet sich, zusätzliche Chipfertigungsanlagen zu errichten und bis zu 165 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren. Das Unternehmen baut zudem neue Anlagen in Japan und Deutschland und treibt so seine internationale Expansion voran, während es weiterhin Spitzentechnologie im Heimatland entwickelt. Wei betonte das Engagement von TSMC, die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu verkleinern.
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Berichterstattung von Cindy Wang, Ville Heiskanen, Gao Yuan, Jessica Sui, Henry Ren, Mayumi Negishi und Abhishek Vishnoi.
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