Wikipedia verfolgt einen neuen Ansatz, um Geld zu verdienen, indem große Technologieunternehmen für die riesigen Datenmengen zahlen, die sie nutzen. Am Donnerstag gab die Gruppe, die die Seite betreibt, eine Reihe von Vereinbarungen mit Namen wie Microsoft, Meta und Amazon bekannt.
Jahrelang hat die Wikimedia Foundation beobachtet, wie Technologiekonzerne ihre kostenlosen Artikel zur Entwicklung ihrer Produkte nutzen. Nun macht die Non-Profit-Organisation diese Abhängigkeit endlich zur Einnahmequelle. Im vergangenen Jahr haben sie neue Akteure wie das KI-Startup Perplexity und das französische Unternehmen Mistral AI gewonnen. Diese Unternehmen schließen sich einer wachsenden Liste an, zu der bereits Meta und Amazon gehören.
Hohe Kosten für das Training von KI
Die Daten von Wikipedia sind ein Technik-Schatz. Chatbots und virtuelle Assistenten werden darauf trainiert, zu sprechen und auf Anfragen zu reagieren, indem sie auf die 65 Millionen Artikel zugreifen, die in mehr als 300 Sprachen verfasst sind. Allerdings entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Die Server von Wikipedia werden stark belastet, wenn diese Unternehmen große Mengen an Daten von der Webseite „scrapen“ oder extrahieren. Diese Ausgaben werden normalerweise durch kleine Beiträge der Allgemeinheit gedeckt, aber die steigende Nachfrage von KI-Unternehmen hat diese Kosten erhöht.
Um dieses Problem zu lösen, fördert Wikimedia seinen „Enterprise“-Dienst. Damit können große Unternehmen für die Inhalte zahlen, die sie in einem für ihre hochmodernen Systeme besser geeigneten Format benötigen. Lane Becker, der die Enterprise-Sparte leitet, sagte, dass diese Firmen erkennen, dass sie die Seite mitfinanzieren müssen, wenn sie weiterhin bestehen soll. Es habe eine Weile gedauert, bis klar war, welche Funktionen angeboten werden müssten, um Unternehmen vom kostenlosen Angebot zur Bezahlversion zu bewegen.
Unterstützung der Freiwilligen-Community
Die Seite selbst wird immer noch von einem riesigen Team aus 250.000 Freiwilligen betrieben, die die Artikel kostenlos verfassen und Fakten prüfen. Tim Frank von Microsoft sagte, dass der Zugang zu ehrlichen, hochwertigen Informationen ein wichtiger Bestandteil ihrer Vorstellung von der Zukunft der KI ist. Er betonte, dass sie durch die Zusammenarbeit mit Wikimedia dazu beitragen, ein System aufrechtzuerhalten, in dem die Menschen, die die Inhalte erstellen, weiterhin unterstützt werden.
Im Zuge dieser geschäftlichen Veränderungen bekommt die Stiftung auch eine neue Leitung. Bernadette Meehan, ehemalige US-Botschafterin, wird am 20. Januar die Position der Geschäftsführerin übernehmen.
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