Die Fed steht vor einem „Trilemma“ bezüglich der optimalen Größe ihrer Bilanz
Federal Reserve steht vor wichtigen Entscheidungen zur Bilanzsumme
Fotograf: Stefani Reynolds/Bloomberg
Ökonomen der Federal Reserve überlegen derzeit, welches Ausmaß die $6,5 Billionen schwere Bilanz der Zentralbank idealerweise haben sollte, nachdem die Reduzierung kürzlich gestoppt wurde.
Abwägen der Zielkonflikte
Laut einer neuen Forschungsarbeit von Burcu Duygan-Bump und R. Jay Kahn erfordert die Bestimmung der richtigen Größe der Zentralbankbilanz das Austarieren mehrerer Faktoren: die Bilanz klein zu halten, Zinsschwankungen zu minimieren und direkte Eingriffe in die Finanzmärkte zu begrenzen.
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Die Forscher beschreiben ein „Bilanz-Trilemma“ und stellen fest, dass Zentralbanken jeweils nur zwei von drei Zielen gleichzeitig erreichen können. Diese Herausforderung ergibt sich aus dem anhaltenden Bedarf des Finanzsektors an Reserven und den unvorhersehbaren Veränderungen bei Angebot und Nachfrage nach Liquidität.
Aktuelle Entwicklungen
Im Dezember beendete die Fed einen mehrjährigen Versuch, ihre Bestände zu verkleinern, nachdem im $12,6 Billionen schweren Markt für kurzfristige Finanzierungen Anzeichen von Stress auftraten, was darauf hindeutete, dass Bankreserven nicht mehr im Überfluss vorhanden waren.
Auf dem Höchststand im Juni 2022 war die Bilanz der Fed auf $8,9 Billionen angeschwollen – ein dramatischer Anstieg von $800 Milliarden vor zwanzig Jahren. Diese Ausweitung war größtenteils auf aggressive Anleihekäufe nach der Finanzkrise 2008 und der Covid-19-Pandemie zurückzuführen.
Unter Zentralbankverantwortlichen wird weiterhin darüber debattiert, wie stark die Reserven reduziert werden können. Michelle Bowman, die stellvertretende Vorsitzende der Fed für die Bankenaufsicht, hat sich dafür ausgesprochen, die Bilanzsumme so weit wie möglich zu minimieren.
Bereits 2019 hat die Fed einen Ansatz mit „ausreichenden Reserven“ gewählt und einen erheblichen Bestand an Treasuries gehalten. In diesem Rahmen zahlt die Fed Zinsen auf Reserven, die von Banken gehalten werden, sowie auf Gelder, die Geldmarktfonds vorübergehend bei der Zentralbank deponieren.
Im vergangenen Monat kündigte die Fed neue Reserve-Management-Käufe an, um sicherzustellen, dass die Reserven ausreichend bleiben, insbesondere da die Geldmarktzinsen zum Jahresende hoch waren.
Die Ökonomen heben hervor, dass das Trilemma Zentralbanken dazu zwingt, zu entscheiden, wie sie Liquiditätsveränderungen absorbieren: durch Anpassungen der Bilanz, häufigere Eingriffe in die Märkte oder das Zulassen von Zinsschwankungen.
Auswirkungen der Bilanzentscheidungen
Unabhängig vom Ansatz wird die Zentralbank immer einen erheblichen Einfluss auf die Märkte haben, entweder durch ihre Vermögensbestände oder durch ihre Marktoperationen.
Quelle: Federal Reserve
Eine große Bilanz verschafft der Zentralbank eine prominentere Rolle auf den Finanzmärkten und bietet einen Puffer aus sicheren, liquiden Vermögenswerten, der kurzfristige Zinsen ohne ständige Eingriffe stabilisieren kann.
Umgekehrt könnte ein Betrieb mit weniger Reserven zu größerer Volatilität an den Geldmärkten führen, wodurch die Marktteilnehmer sich an wechselnde Liquiditätsbedingungen anpassen müssten. Dies könnte es der Fed jedoch erschweren, die Zinssätze insbesondere bei unerwarteten Schocks zu steuern.
Die Entscheidungsträger könnten auch akzeptieren, dass es zu bestimmten Zeiten – etwa am Quartalsende – zu Zinsschwankungen kommt und darauf mit zusätzlichen Marktoperationen und einer etwas größeren Bilanz reagieren. Die Autoren warnen jedoch, dass ein häufiger Einsatz dieser Instrumente Marktsignale verzerren könnte, ähnlich wie die Bedenken bezüglich einer großen Bilanz.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass unter Ökonomen oder politischen Entscheidungsträgern weiterhin keine klare Einigkeit darüber besteht, wie groß die Bilanz der Fed langfristig idealerweise sein sollte.
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