Aussichten auf Zinssenkungen erscheinen unsicherer, da führende Vertreter der Federal Reserve starke Unterstützung für Powell zeigen
Wichtigste Erkenntnisse
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Mehrere Mitglieder der geldpolitischen Gruppe der Federal Reserve haben offen den Bemühungen des Weißen Hauses widersprochen, die Fed zu beeinflussen, um die Zinssätze zu senken.
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Fed-Führungskräfte haben ihr übliches Schweigen zu politischen Themen gebrochen, nachdem das Justizministerium eine Vorladung an die Zentralbank als Teil einer Untersuchung gegen Vorsitzenden Jerome Powell ausgestellt hatte.
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Der aggressive Ansatz der Trump-Administration könnte unbeabsichtigte Folgen haben, indem er die Fed dazu veranlasst, die Zinssätze länger hoch zu halten, um ihre Unabhängigkeit von politischem Einfluss zu betonen.
Die Untersuchung der Trump-Administration gegen den Federal Reserve Vorsitzenden Jerome Powell scheint ihr Ziel zu verfehlen, die Zentralbank zu drastischen Zinssenkungen zu drängen. In dieser Woche haben mindestens vier wichtige Fed-Offizielle öffentlich Powell verteidigt und betont, dass die Fed die Verantwortung habe, Entscheidungen im besten Interesse des Landes zu treffen, nicht auf Verlangen des Präsidenten. Infolgedessen haben Marktteilnehmer ihre Erwartungen an baldige Zinssenkungen zurückgeschraubt.
Letzte Woche hat das Justizministerium unter Trump die Fed zur Herausgabe von Informationen im Zusammenhang mit Powells Senatsaussage im Juni 2020 über die laufende Renovierung des Fed-Hauptsitzes vorgeladen. Powell hat jegliches Fehlverhalten bestritten und die Untersuchung als Teil von Trumps anhaltender Kampagne bezeichnet, die Fed zu tiefen Zinssenkungen zu drängen, die die Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft beeinflussen würden. Trump behauptete unterdessen, er habe von der Untersuchung vor der Vorladung nichts gewusst.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der sich verschärfende Konflikt zwischen Trump und Powell erschwert die doppelten Ziele der Federal Reserve, die Inflation zu kontrollieren und die Beschäftigung zu fördern, und bringt zusätzliche Herausforderungen in eine ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage.
Mehrere Mitglieder des Fed-Vorstands und Leiter regionaler Banken haben Powells Standpunkt bekräftigt und betont, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank vom Weißen Haus entscheidend für ihre Aufgabe ist, die Inflation durch Geldpolitik zu steuern. Ihre ungewöhnlich direkten Äußerungen unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Situation, da Fed-Offizielle sich üblicherweise aus politischen Debatten heraushalten.
Dieser Widerstand könnte künftige Zinsentscheidungen beeinflussen. Einige Analysten vermuten, dass die Fed zögern könnte, in naher Zukunft die Zinsen zu senken, falls sie übermäßigen politischen Druck seitens der Trump-Administration wahrnimmt. Indem die Zinssätze hoch gehalten werden, wollen die Entscheidungsträger möglicherweise ihr Engagement im Kampf gegen die Inflation demonstrieren und der Öffentlichkeit die Autonomie der Fed versichern – unabhängig von politischer Einflussnahme.
"Immer wenn die Unabhängigkeit einer Zentralbank kompromittiert wird, neigt die Inflation dazu, zu steigen", sagte Austan Goolsbee, Präsident der Chicago Fed, in einem NPR-Interview. "Wir haben jahrelang daran gearbeitet, die Inflation zu senken, und die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben, erschwert diese Aufgabe nur."
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group, das Erwartungen auf Basis von Futures-Handel verfolgt, sind Händler weniger zuversichtlich hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen bei den Fed-Sitzungen im Januar, März, April und Juni im Vergleich zur Vorwoche.
So lag beispielsweise am Donnerstag die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Zinssatz bei ihrer März-Sitzung unverändert lässt, bei 78 %, gegenüber 58 % in der Woche vor Bekanntwerden der Untersuchung.
Weitere Fed-Offizielle, darunter Neel Kashkari von der Minneapolis Fed und Gouverneur Michael S. Barr, äußerten sich unterstützend zu Goolsbees Standpunkt. John C. Williams, Präsident der New York Fed, lobte Powells Integrität in einer aktuellen Rede.
Andererseits spielte Fed-Gouverneur Stephen Miran bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Griechenland Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed herunter und bezeichnete sie als "Geräusch". Miran, der im Herbst von Trump ernannt wurde, ist derzeit beurlaubt von seiner Rolle als Trump-Wirtschaftsberater, während er im Politikausschuss der Fed tätig ist.
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