Der japanische Yen bleibt zum Wochenausklang im Fokus
Japanischer Yen zeigt erhöhte Volatilität nach offiziellen Kommentaren
Der japanische Yen weist weiterhin erhebliche Schwankungen unter den wichtigsten Währungen auf. Das Währungspaar USD/JPY erlebte nach einem starken Rückgang während der asiatischen Handelszeiten eine breite Handelsspanne. Das Paar fiel auf ein Tief von 157,97, nachdem Japans Finanzminister Katayama zusätzliche Bemerkungen zu möglichen Interventionen gemacht hatte, wie ausführlich beschrieben. Seitdem hat sich das Paar auf etwa 158,30 erholt, bleibt jedoch unter dem früheren Hoch nahe 158,60-70.
Stellungnahmen von Tokioter Offiziellen, die darauf abzielen, den Rückgang des Yen einzudämmen, sind nicht ungewöhnlich. Allerdings signalisieren Ton und Wortwahl dieses Mal einen Wandel in ihrem Vorgehen.
Früher in dieser Woche machte Katayama eine besonders präzise Beobachtung zu den Preisbewegungen, die unter den üblichen Kommentaren hervorstach (). Heute ging er noch weiter und deutete an, dass eine Intervention am Devisenmarkt nun als Option im Rahmen des US-Japan-Abkommens betrachtet werde. Dies dient effektiv als Warnung, dass Tokio möglicherweise die Unterstützung Washingtons hat, falls ein Eingreifen notwendig wird.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt der Takaichi-Trade seit Oktober ein dominanter Faktor, der auf dem Yen lastet, und dieser Trend prägt weiterhin den breiteren Ausblick. Allerdings hat sich die heutige Marktstimmung kurzfristig etwas verändert:
Nach mehreren gescheiterten Versuchen, in dieser Woche unter den 100-Stunden-Durchschnitt (dargestellt durch die rote Linie) zu rutschen, gelang es den USD/JPY-Verkäufern heute schließlich. Das hat zu einem ausgewogeneren kurzfristigen Ausblick geführt, wobei die Preise nun zwischen dem 100-Stunden- und dem 200-Stunden-Durchschnitt (letzterer in Blau dargestellt) schwanken.
Diese Entwicklung verschafft Tradern etwas Flexibilität, während sie einschätzen, wie eine mögliche vorgezogene Wahl den Takaichi-Trade beeinflussen könnte und ob eine weitere Yen-Abwertung eine Intervention aus Tokio auslösen könnte. Laut Credit Agricole könnten die Bemühungen von Oppositionspolitikern, die Führung von Takaichi herauszufordern, dazu beitragen, den Handel auszugleichen und den einseitigen Druck auf den Yen zu verringern.
Das Unternehmen schlägt außerdem vor, dass der Markt möglicherweise ein klassisches buy the rumour, sell the fact-Szenario erlebt, wobei die politische Unsicherheit in Japan die Performance des Yen beeinflusst.
Derzeit scheinen Anleger Yen-Crosses zu bevorzugen, in Erwartung einer lockereren Fiskal- und Geldpolitik, sollte Takaichis Position gestärkt werden.
Da die Marktstimmung jedoch bereits stark auf eine weitere Schwäche des Yen ausgerichtet ist, besteht das Risiko, dass die Begeisterung nachlässt, sobald die Wahl offiziell in der nächsten Woche angekündigt wird. Während die Oppositionsparteien mobilisieren, um Takaichis Autorität herauszufordern, warnt Credit Agricole, dass dies weitere USD/JPY-Gewinne, die ausschließlich durch politische Faktoren getrieben werden, begrenzen könnte.
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