XRP hat das Jahr 2026 mit starken Kursgewinnen begonnen und ist laut Marktdaten bisher um mehr als 20 % gestiegen. Damit übertrifft XRP größere Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Die Rallye hat XRP wieder unter die Top-Digitalwerte nach Marktkapitalisierung gebracht und die Debatte darüber neu entfacht, ob der Token weiterhin ein langfristig tragfähiges Investment ist.
XRP ist eng mit Ripple verbunden, das den Token ursprünglich als Brücken-Asset für schnelle und kostengünstige grenzüberschreitende Zahlungen bewarb. Diese Vision verhalf XRP während des Krypto-Booms 2017–2018 zu großer Aufmerksamkeit, als das Asset historische Höchststände erreichte.
Die ursprüngliche XRP-These
Die ursprüngliche Argumentation für XRP basierte auf mehreren Annahmen. Es wurde erwartet, dass Banken eine neutrale Drittanbieter-Kryptowährung nutzen würden, um grenzüberschreitende Transaktionen abzuwickeln und dabei langsame und teure Altsysteme zu ersetzen. Die Geschwindigkeit und niedrigen Transaktionsgebühren von XRP galten als Schlüsselfaktoren.
Über Jahre hinweg trieb diese Erzählung das Investoreninteresse an und bildete eine der aktivsten Communities im Kryptobereich.
Was sich im Laufe der Zeit geändert hat
Viele dieser frühen Annahmen haben sich nicht wie erwartet erfüllt.
Ellio sagte, Banken hätten eine Vorliebe für Kontrolle, regulatorische Klarheit und Stabilität gezeigt. Anstatt XRP direkt zu nutzen, setzten viele Finanzinstitute auf Ripples Messaging- und Abwicklungstools, ohne dabei die Kryptowährung selbst zu verwenden. Andere gaben eigene Stablecoins wie USDC heraus oder griffen auf von Banken ausgegebene interne Token zurück.
Er sagte, dass Ripple zwar Hunderte institutionelle Partnerschaften abgeschlossen habe, die meisten jedoch auf Messaging-Technologie und nicht auf XRP-basierte Abwicklung setzen.
Stablecoins verändern das Zahlungsumfeld
Der Aufstieg von Stablecoins hat die Ausgangslage weiter verändert. Auf den Dollar bezogene Token stellen heute einen Markt mit einem Wert von über 300 Milliarden US-Dollar dar und werden häufig für internationale Überweisungen verwendet. Allein im Jahr 2024 haben Stablecoins ein Transaktionsvolumen von über 27 Billionen US-Dollar abgewickelt und damit das Volumen großer Kartennetzwerke übertroffen.
Stablecoins ermöglichen Nutzern das Senden von Werten ohne Preisvolatilität – ein entscheidender Unterschied zu XRP, das bei Transaktionen in und aus lokalen Währungen konvertiert werden muss.
Ellio argumentiert, dass dieser Wandel das ursprüngliche Bedürfnis nach einem volatilen Brücken-Asset abgeschwächt habe, da viele Nutzer nun bevorzugen, digitale Dollar direkt zu halten und zu transferieren.
Ripples Geschäft wächst, Xrps Rolle wird in Frage gestellt
Ripple hat sich über den Zahlungsverkehr hinaus weiterentwickelt, Verwahrungs- und Finanzinfrastrukturunternehmen übernommen und einen eigenen, durch den Dollar gedeckten Stablecoin eingeführt. Analysten sagen, dies habe Ripple als Unternehmen gestärkt, aber Fragen aufgeworfen, wie zentral XRP noch für das Geschäftsmodell ist.
Marktteilnehmer bleiben gespalten. Einige sehen die XRP-Rallye 2026 als Zeichen erneuter Relevanz, während andere eine Diskrepanz zwischen Ripples Wachstum und Xrps langfristigem Nutzen erkennen.
„Ripple, das Unternehmen, wird es gut gehen. Sie verfügen über Milliarden an Vermögenswerten. Sie haben 300 Partnerschaften. Sie werden weiterhin neue Produkte einführen, Neues ausprobieren, und ich glaube, sie werden wahrscheinlich jedes Jahr viel Geld an Gebühren verdienen. XRP könnte in einigen Nischenanwendungen genutzt werden. Aber die Vision der globalen Brücke ist einfach verschwunden. Sie ist tot. Das ist nicht das, was XRP ist, und das wird XRP auch nie sein“, schloss der Analyst.

